Deichtorhallen Hamburg eröffnen Triennale der Photographie  |  | Hélène Amouzou, Self portrait Molenbeek, 2009 | |
Die Hauptausstellung der 9. Triennale der Photographie Hamburg startet heute in den Deichtorhallen. Unter dem Titel „Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other“ rückt Mark Sealy, künstlerischer Leiter der Triennale und Kurator der Ausstellung, die kulturelle Vielfalt der zeitgenössischen Fotografie in den Mittelpunkt und will mit der Schau einen offenen, vielstimmigen Raum erzeugen, der gesellschaftliche Spannungen ebenso sichtbar macht wie die Frage, wie sich die Trennung von „Wir“ und dem „Anderen“ überwinden lässt. Dazu hat Sealy rund 30 künstlerische Positionen aus Fotografie, Video und Film ausgewählt, die von unterschiedlichen Orten und kulturellen Erfahrungen erzählen. Von Australien und Japan, über den Libanon und Palästina, bis nach Südafrika und Belgien zeigen die Exponate persönliche Geschichten, emotionale Zustände und soziopolitische Verflechtungen. Gegliedert ist die Ausstellung entsprechend ihres Titels in drei Kapitel: Alliance, Infinity und Love.
Der Abschnitt „Alliance“ thematisiert die Verbundenheit bei gleichzeitiger Anerkennung von Differenz. Die Künstler*innen verstehen sich als Teil einer gemeinsamen Stimme und vermitteln unterschiedliche Formen kreativer Allianzen. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit von Derik Lynch und Matthew Thorne, die in ihrer hybriden künstlerischen Arbeit „Marungka tjalatjunu (dipped in Black)“ indigenes Wissen dynamisch und interpretationsoffen auffassen. „Infinty“ entwirft eine Vision von Kontinuität und offenen Möglichkeiten menschlicher Entwicklung jenseits einschränkender Grenzen. Im Zentrum stehen die Sichtbarkeit marginalisierter Perspektiven sowie ein Verständnis von wandelbarer Subjektivität. Künstlerinnen wie Hélène Amouzou und Sandra Brewster legen schwarze Identität als nicht eindeutig verortbar und trotzdem zugleich räumlich präsent dar.
Den Schluss macht der Abschnitt „Love“ über Liebe und Begehren als verbindende Kräfte, die Unterschiede überbrücken und auch unter Bedingungen von Isolation und Entwurzelung Gemeinschaft stiften können. Fotografie wird hier als Praxis von Empathie, Nähe und kollektiver Fürsorge verstanden. Der Künstler Tyler Mitchell entwickelt in seinen Arbeiten eine hochgradig konstruierte Sphäre von Zärtlichkeit und Intimität, in der der schwarze Körper in einer Welt jenseits von Angst und Bedrohung existieren kann.
Die Ausstellung „Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other“ läuft vom 5. Juni bis zum 22. September. Die Deichtorhallen Hamburg haben Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt 9 Euro. Für Kinder und Jugendliche ist der Eintritt kostenlos.
Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1-2
D-20095 Hamburg
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