Karl & Faber gehen mit Miró, Renoir und Modersohn-Becker in die Auktion  |  | Joan Miró, Peinture, 1936 | |
In ihrer Abendauktion „Moderne Kunst, Post-War und Contemporary Art“ präsentieren Karl & Faber am 11. Juni 67 ausgewählte Arbeiten aus einem Gesamtbestand von rund 310 Werken. Zu den Höhepunkten zählt eines der Schlüsselwerke des spanischen Malers Joan Miró. Mit der um 1936 entstandenen „Peinture“ kommt laut dem Auktionshaus erstmal seit mehr als 25 Jahren ein Miró-Werk dieser Bedeutung auf den deutschen Auktionsmarkt. Es gehört zur legendären „Masonit-Serie“, die zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs entstand und heute als eine der radikalsten Werkgruppen im Œuvre des Künstlers gilt. Auf dem ungrundierten, warmbraunen Bildträger kombinierte Miró die Materialien Öl, Kasein, Teer und Sand und ließ schwarze Linien auf leuchtende Akzente in Rot, Gelb und Weiß treffen. „Ein so herausragendes Werk anbieten zu können, ist eindeutig eine Folge der zahlreichen Höchstpreise, die Karl & Faber in den vergangenen Jahren im Bereich der Moderne erzielt hat – getragen von einem internationalen Netzwerk aus Einlieferern und Kunden“, so Geschäftsführer Rupert Keim. Die Mischtechnik aus einer Privatsammlung in Monaco ist mit einem Schätzpreis von 2 bis 2,5 Millionen Euro das Spitzenlos der Versteigerung.
Mit dem Gemälde „Femme nue allongé“ greift Pierre-Auguste Renoir um 1906 das klassische Odaliskenmotiv auf. Der Reiz der Komposition mit dem weiblichen Rückenakt, der auf einem Arm gestützt ruht, liegt im Kontrast zwischen den kühlen Hauttönen und dem warmen Orange-Rot des Sessels im Hintergrund (Taxe 600.000 bis 700.000 EUR). „Der Nutzgarten in Wannsee nach Südwesten“ gehört zu den beliebten Darstellungen von Max Liebermanns Berliner Villa und zu den zentralen Motiven des Künstlers (Taxe 350.000 bis 450.000 EUR). Paula Modersohn-Beckers Tempera-Arbeit „Zwei Mädchen an einem Birkenstamm“ ist für die Künstlerin ein typisches Motiv zweier junger Mädchen in norddeutscher Landschaft und stammt aus dem Nachlass ihres Ehemanns Otto Modersohn. Die bewusst eingesetzte Unschärfe verleiht dem Portrait eine besondere Atmosphäre. Entstanden ist die Arbeit um 1901, kurz nach Modersohn-Beckers erster Begegnung mit der Pariser Avantgarde (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR).
Sam Francis ist gleich zwei Mal in der Abendauktion vertreten. Die frühere Komposition von 1958/59 besteht aus einer weit ausgreifenden blauen Farbformation mit leuchtenden Rot-, Orange- und Rosa-Akzenten und markiert eine Übergangsphase im Schaffen des amerikanischen Künstlers. Dynamische Spritzer, Drippings und lineare Einschreibungen verleihen dem Werk eine vibrierende Bewegung (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Das 1992 entstandene Spätwerk Francis’ mit charakteristischen freischwebenden Farbformen und Drippings in leuchtenden Blau-, Türkis-, Violett- und Magentatönen kann sowohl vertikal als auch horizontal präsentiert werden und ist auf 100.000 bis 150.000 Euro angesetzt. Anselm Reyles mittelformatige, silbrig glitzernde Arbeit „Ohne Titel“ aus dem Jahr 2013 aus der wichtigen Serie der „Foil-Paintings“ erforscht das Spannungsverhältnis zwischen Readymade und Alltagsästhetik (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Die Collage „The Gates (Project for Central Park, New York City)“ von Christo und Jeanne-Claude, eine Vorstudie zu ihrem ikonischen Central Park-Projekt, das 2005 mit über 7.000 leuchtend orangefarbenen Toren für 16 Tage realisiert wurde, ist mit 80.000 bis 120.000 Euro veranschlagt.
Alle Werke der Auktionsrunde vom 11. und 12. Juni können noch bis zum 10. Juni bei Karl & Faber in München besichtigt werden.
Karl & Faber
Amiraplatz 3
D-80333 München
Telefon: +49 (0)89 – 22 18 65 |