Fassbender-Preis geht an Assunta Abdel Azim Mohamed
Assunta Abdel Azim Mohamed, Trash talking II, 2025
Die diesjährige Gewinnerin des Joseph-und-Anna-Fassbender-Preises der Stadt Brühl ist Assunta Abdel Azim Mohamed. Die junge Österreicherin setzte sich gegen 160 weitere internationale Einsendungen aus den Bereichen Handzeichnung und Druckgrafik durch und darf sich nun über ein Preisgeld von 2.250 Euro sowie eine zweiwöchige Ausstellung in dem Räumen der Brühler Rathausgalerie freuen. Die Jury rund um den Kunsthistoriker Dirk Teuber begeisterte sich vor allem für Mohameds figurative Zeichnungen, in denen die Künstlerin Motive der Pop-Kultur mit Alltagsszenen kombiniert.
Mohamed widmet sich in ihrer Kunst vorwiegend der Darstellung von Jugendlichen sowie Menschenansammlungen, die Historisches und Gegenwärtiges zusammenbringen. „Durch die besondere Technik der feinen Kugelschreiberzeichnung sind die Details der in Szene gesetzten Menschen sorgfältig ausgearbeitet. Wie ein Filter überlagert die vereinheitliche Farbgebung in Blau oder Grün die Protagonisten ihrer narrativen Bildwerke. Hieraus ergeben sich Fragen zu Identität und Zugehörigkeit zu Gruppen und Communities versus Individualität und Coming of Age. In diesem Kontext taucht die Frage der Endlichkeit und des Todes – allem Rausch und Leben zum Trotz – immer wieder auf“, heißt es in der Begründung der Jury.
Assunta Abdel Azim Mohamed wurde 1993 in Klagenfurt geboren und studierte dort zunächst Romanistik. Anschließend absolvierte sie an der Universität für Angewandte Kunst Wien ein Studium der Grafik und Druckkunst bei Jan Svenungsson. Zu ihrem Markenzeichen wurde die Kugelschreiberzeichnung, mit der sie auch die Jury überzeugte. Ihre Arbeiten wurden bereits international ausgestellt, etwa 2015 bei Art Night Venezia an der Accademia di Belle Arti di Venezia oder 2016 in der Studio Arts Gallery in Vermont. Im selben Jahr hatte sie ihre erste Einzelausstellung „Das Leben ist anderswo“ in der Galerie Hilger Next in Wien. Im vergangenen Jahr war ihre Kunst in der BelArt Gallery in Novi Sad in Serbien zu sehen.
Der Joseph-und-Anna-Fassbender-Preis wurde in diesem Jahr zum 37. Mal verliehen. Er geht auf Anna Fassbender zurück, die die Auszeichnung 1990 ins Leben rief. Der Grundgedanke der Künstlergattin war es, zu Ehren von Joseph Fassbender jährlich Künstler*innen im Bereich der Grafik und Zeichnung zu fördern. Joseph Fassbender gilt als einer der bedeutendsten Maler und Grafiker der deutschen Nachkriegszeit. Für den Preis gibt es keine Vorgaben hinsichtlich des Ausbildungswegs, Alters sowie thematischen oder technischen Schwerpunkts. Neben Mohamed zählen auch Matthias Beckmann, Saskia Niehaus, Steffen Missmahl, Isabell Schulte und Moritz Andreas Dümmel zu den Preisträger*innen.