Jugendstil im Dorotheum  |  | Carl Otto Czeschka, Brosche, 1913 | |
Mit seiner Onlineauktion „Jugendstil und Angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts“ präsentiert das Wiener Dorotheum am 19. Juni eine vielfältige Auswahl an 341 Designobjekten, Kunsthandwerk und Schmuckstücken des frühen 20. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen hochkarätige Arbeiten der Wiener Werkstätte. Zu den Höhepunkten zählt eine von Josef Hoffmann entworfene goldene Halskette mit Schmucksteinen und Elfenbeinanhänger von Anton Hanak. Der repräsentative Halsschmuck aus dem Jahr 1918 besteht aus klar gegliederten und rhythmisch angeordneten achteckigen Onyx-Steinen mit goldenen floralen Einlagen, die mit rund und oval gefassten Schmucksteinen ergänzt werden. Den zentralen Blickpunkt bildet Hanaks fein geschnitzter Elfenbeinanhänger mit der Darstellung zweier miteinander verschränkter Figuren, an dem eine unregelmäßig geformte Perle hängt. Zur Kette gehören zudem ein originales Gipsmodell des Anhängers und die originale Schatulle. Mit einer Schätzung von 40.000 bis 60.000 Euro ist die Kette das Spitzenlos der Versteigerung.
In seinem Ring kontrastierte Josef Hoffmann 1912 in einer verfeinerten Formensprache eine florale Gestaltung in Gold mit dunklen, runden Perlen (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR). Dagobert Peche griff bei seinem doppelseitiger Goldanhänger ebenfalls auf stilisiertes Blattwerk zurück und verlieh um 1920 durch die Einbindung weißer Perlen in traubenartiger Hängung der Pretiose eine spielerisch-leichte Wirkung (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR). Weitaus voluminöser führte Carl Otto Czeschka 1913 die Blätter seiner Brosche aus, die durch die fein abgestimmte Farbwirkung der Rosa und Blau schimmernden Opale in Kombination mit den plastisch modellierten Goldformen besticht (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR).
Einen besonderen Akzent setzt zudem die Bronzeskulptur „Speerwerfende Amazone“, die 1897 von Franz von Stuck entworfen und von Cosmas Leyrer in München gegossen wurde. Von der Statue des Frauenakts zu Pferd existieren weltweit rund 20 Exemplare (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Im Bereich Glas- und Keramikkunst sind unter anderen Arbeiten von René Lalique, wie die rote runde Vase „Escargot“ in Schneckenoptik aus der Zeit um 1920 (Taxe 4.000 bis 6.000 Euro), oder von Otto Prutscher zu haben, etwa die vier um 1904 gestalteten hellgrünen Kelchgläser mit kettenartig angelegtem Schliff am Schaft (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder die Variante mit bernsteinfarbenem Überfang (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR).
Bei den Möbeln ist ebenfalls von Josef Hoffmann die Sitzmaschine aus dunklem Buchenholz mit an den Armlehnen verschraubten Kugeln und einer verstellbaren Lehne zu nennen. Das 1908 patentierte Sitzmöbel ist bei 8.000 bis 12.000 Euro angesetzt. Der François-Rupert Carabin zugeschriebene Beistelltisch aus Wallnussholz um 1900, der eine Frauenfigur auf Lilienblüten als Tischbein ausbildet, ist auf 6.000 bis 10.000 Euro geschätzt. Von François-Raoul Larche gibt es die bekannte Schleiertänzerinnen-Lampe Loïe Fuller“ aus vergoldeter Bronze (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), von Jacques-Émile Ruhlmann den eleganten, halbrund geschlossenen Art Déco-Fauteuil „Guindé“ um 1920 (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR) und von Michael Powolny die bewegte Keramikfigur einer nach rechts schauenden „Tänzerin“ mit zurückgeworfenem Kopf von 1910/12 (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).
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