Strabag Art Award für Paulina Aumayr  |  | Paulina Aumayr hat den Hauptpreis zum Strabag Art Award 2026 erhalten | |
Die österreichische Malerin Paulina Aumayr erhält den Strabag Art Award, der in diesem Jahr zum 31. Mal vergeben wurde. Neben dem Hauptpreis überreichte die Jury vier Anerkennungspreise an die deutschen Künstler Daniel Hölzel und Tassilo Lantermann sowie an die russisch-deutsche Grafikerin Tanya Pioniker und Marko Šajn aus Slowenien. „Aumayrs Arbeiten thematisieren den gewaltvollen Einbruch in intime Sphären und die Überschreitung physischer wie psychischer Grenzen“, führte Angela Stief, Jurymitglied und Direktorin der Albertina Modern, in ihrer Begründung aus. „Weibliche Körper erscheinen als Träger von Schmerz, Unterdrückung und sozial eingeschriebenen Machtverhältnissen. Die Künstlerin entwickelt so eine feministische Körperpolitik, die Prozesse von Dominanz und Vulnerabilität offenlegt und eine Sensibilisierung für gesellschaftliche Gewaltstrukturen einfordert“, so Stief weiter.
Paulina Aumayr wurde 2002 in Wien geboren und studiert an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Klasse von Daniel Richter. Ihre fast durchweg monochrom graubraunen Gemälde sind an der Schnittstelle von Intimität und Gewalt angesiedelt und untersuchen die Mechanismen von Macht häufig in Bezug auf die Körperlichkeit. Dabei bezieht Aumayr ihr Repertoire aus bekannten alltäglichen Motiven, wie Körpern und Körperteilen, Tieren und persönlichen Objekten. Mithilfe der Überlagerung dieser Motive schafft Aumayr einen Moment, in dem das Vertraute instabil wird. Hierbei interessiert sie sich nach eigenen Aussagen weniger für die Darstellung einzelner Situationen, als vielmehr für die subtilen und strukturellen Kräfte patriarchaler Macht. Oft bedient sich Aumayr dabei des Motivs von Hunden und möchte die Ambivalenz zwischen Loyalität und Nähe sowie der potenziellen Bedrohung durch die Tiere ausdrücken.
Die Jury, die im Dreijahreszyklus wechselt, setzt sich derzeit aus Anna-Catharina Gebbers, Kuratorin des Hamburger Bahnhofs in Berlin, Alenka Gregoric, Direktorin des Kulturzentrums Cukrarna in Ljubljana, Johan Holten, Direktor des Arken Museums für zeitgenössische Kunst in Kopenhagen, Angela Stief sowie aus Sebastian Haselsteiner, Leiter der Strabag Art in Wien, zusammen. Dieses Jahr wählte sie aus 738 Einreichungen 50 Nominierte und die fünf Finalist*innen aus. Der Hauptpreis ist mit einem Betrag von 16.000 Euro dotiert, die Anerkennungspreise mit jeweils 8.000 Euro. Zudem werden Werke der Preisträger*innen für die Strabag Art Collection angekauft. Alle von der Jury prämierten Arbeiten sind ab heute in der Strabag Art Site in Wien zu besichtigen. Ab September bespielen die fünf Künstler*innen die Räume der Strabag Art Site mit Einzelausstellungen.
Der 1994 in Österreich gegründete Strabag Art Award rückt junge Künstler*innen in den Bereichen Malerei und Zeichnung in den Vordergrund und vergibt jährlich ein Preisgeld von insgesamt 48.000 Euro. War der Preis zuerst nur national angelegt, so öffnete die Strabag im Jahr 2009 die Vergabe für internationale Bewerbungen und wechselt seitdem zwischen ausgewählten Ländern, in denen Baukonzern tätig ist. Kunstschaffende aus Österreich, dem Hauptsitz der Strabag, sind hierbei dauerhaft teilnahmeberechtigt; akutell war der Preis auch in Deutschland und Slowenien ausgeschrieben. Für die Periode 2027 bis 2029 sind Kunstschaffende aus den Ländern Bulgarien, Nordmazedonien, Montenegro und Serbien eingeladen, ihre Arbeiten einzureichen. Daran anschließend werden es Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Kroatien sein.
Die Ausstellung zum Strabag Art Award läuft vom 26. Juni bis zum 10. Juli. Ein Besuch der Ausstellung ist wochentags ausschließlich mit Voranmeldung möglich. Der Eintritt ist frei.
Strabag Art Site
Donau-City-Straße 9
A-1220 Wien
Telefon: +43 (0)1 – 224 221 850 |