Lüpertz-Glasfenster im Naumburger Dom eingeweiht  |  | Markus Lüpertz bei der Einweihung seiner neuen Glasfenster im Naumburger Dom | |
Am Montag wurden im Ostchor des Naumburger Doms die neuen Glasfenster nach Entwürfen von Markus Lüpertz eingeweiht und schließen damit eine historische Lücke. Holger Kunde, Stiftsdirektor der Vereinigten Domstifter, äußerte sich zur Einweihung freudig: „Die Gestaltung und die Farbwirkung sind von einer herausragenden künstlerischen Qualität und Raumwirkung. Es ist Markus Lüpertz in höchst beeindruckender Weise geglückt, den historischen Glasmalereibestand des Ostchores mit neuen Fenstern zu einem Gesamtkunstwerk zu vereinen.“ Lüpertz selbst erklärte die besondere Bedeutung seiner Arbeit für den Dom: „Ich bin stolz und glücklich in einem so großen, beeindruckenden Raum meinen Beitrag zu leisten. Es ist für einen lebenden Künstler so etwas wie die Vollendung.“
Markus Lüpertz ließ sich bei seiner Gestaltung, die von der Glaswerkstatt Derix in Taunusstein umgesetzt und von der Getec Stiftung aus Hannover und der Dr. Harald Hack Stiftung aus Düsseldorf finanziert wurde, von den Apokalyptischen Reitern inspirieren, die auf ihren Rössern hinab zu Raben und Totenköpfen reiten. Auf der gegenüberliegenden Seite der zwei großen Lanzettfenster steht Christus als Erlöser der Menschheit. Die leuchtende und ausdrucksstarke Farbigkeit erinnert in ihren Übergängen an ein Aquarell. Mit diesen endzeitlichen Darstellungen vereint der Ostchor nun in seinen sechs Glasfenstern die Themen Verdammnis und Erlösung.
Der Ostchor des Naumburger Doms ist über Jahrhunderte gewachsen und verbindet ein romanisches Chorquadrat mit der hochgotischen Erweiterung des Chorabschlusses. Sechs Fenster stammen aus dem 14., 15. und 19. Jahrhunderts und wurden bis 2021 umfangreich restauriert. Zwei weitere der großen Langfenster aber blieben nur mit heller Verglasung versehen. Ihre ursprüngliche Glasmalerei war unter anderem durch Witterungseinflüsse verloren gegangen. Diesen Missstand galt es, nun zu korrigieren. Dafür konnte Markus Lüpertz gewonnen werden, der unter anderen schon für Kirchen in Köln, Bamberg und Regensburg Glasfenster geschaffen hatte. Wie die Vereinigten Domstifter betonten, sei der Naumburger Dom nun auch ein Zeichen dafür, dass „große historische Bauwerke lebendig bleiben, wenn sie mit Sorgfalt, Respekt, Mut und höchstem Qualitätsanspruch weitergedacht werden. Im Ostchor des Naumburger Doms ist ein Gesamtkunstwerk entstanden, das Vergangenheit und Gegenwart, Stein und Licht, Glaube und Kunst, Erinnerung und Zukunft in einer seltenen Intensität miteinander verbindet.“ |