Karin Sander erinnert an Johanna und Eduard Arnhold  |  | Die Piazzetta am Berliner Kulturforum heißt seit November 2024 Johanna und Eduard Arnhold Platz | |
Karin Sander wird in Berlin ein neues Kunstwerk gestalten, um an Johanna und Eduard Arnhold zu erinnern. Auf die 69jährige Konzeptkünstlerin haben sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Verein zur Erinnerung an Johanna und Eduard Arnhold e.V. geeinigt. Für ihr Projekt will Karin Sander auf Originalzitate, Interviews, Musik, Geräusche und Toncollagen zurückgreifen, um dem jüdischen Sammler- und Mäzenatenpaar und weiteren Bewohnerinnen und Bewohner des Tiergartenviertels, deren Namen durch die NS-Diktatur ausgelöscht wurden, ein Denkmal zu setzen. Die akustische Intervention an zehn Stationen im öffentlichen Raum, die aus privaten Mitteln sowie durch die Berliner Lotto-Stiftung, die Stiftung Berliner Sparkasse und die James Simon Stiftung finanziert wird, soll bis Ende 2027 realisiert werden.
Johanna Arnhold (1859-1929) und Eduard Arnhold (1849-1925) gehörten zu den herausragenden Förderern von Kunst, Wissenschaft und sozialen Einrichtungen. Mit Persönlichkeiten wie James und Eduard Simon, Walther Rathenau, Oscar Huldschinsky, Hedwig Dohm, Else Lasker-Schüler, Paul Cassirer und Alfred Flechtheim, Tilla Durieux, Julie und Julius Elias oder Theodor Wolff und Hugo Preuß haben sie das kulturelle Leben in Berlin und Deutschland vor 1933 maßgeblich geprägt. Die Arnolds zählten Maler und Bildhauer wie Max Liebermann, Arnold Böcklin, Adolph von Menzel und Louis Tuaillon zu ihrem Freundeskreis und erwarben ihre Kunstwerke. Ihre Sammelleidenschaft richtete sich aber auch auf zeitgenössische französische Künstler, darunter auf Edouard Manet, Claude Monet, Gustave Courbet, Camille Pissarro und Pierre-Auguste Renoir. Gerade die Berliner Museen verdanken ihnen zahlreiche Schenkungen, darunter bedeutende Gemälde des Impressionismus. Dem preußischen Staat stifteten sie 1913 die Villa Massimo, die heutige Deutsche Akademie Rom. Ihr Wohnhaus im Tiergartenviertel stand an genau jener Stelle, an der sich heute die Gemäldegalerie befindet. Daher trägt seit November 2024 trägt der Platz vor dem Eingang zu den Museen am Kulturforum den Namen dieses bedeutenden jüdischen Ehepaars. |