NN-Kunstpreis für Akbar Akbarpour  |  | Die Preisträgerarbeit von Akbar Akbarpour: „Upside Down VI“ und „Upside Down VII“ | |
Der Maler Akbar Akbarpour hat den ersten Platz beim Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten gewonnen. Die sechsköpfige Jury, bestehend aus den Verlegerinnen Bärbel Schnell und Sabine Schnell-Pleyer, der Kulturredakteurin Birgit Ruf, der Altbürgermeisterin Julia Lehner sowie Franz Weidinger und Jasmin Schmidt, den Preisträger*innen aus dem letzten Jahr, würdigte seine beide Ölgemälde „Upside Down VI“ und „Upside Down VII“ mit der auf 8.500 Euro dotierten Auszeichnung. In seiner pastosen Malweise bettet Akbarpour zwei Arbeiter auf einem Reisfeld in eine von Wasser geprägte Landschaft ein, in der sich ihre Körper im nassen Untergrund spiegeln und beinahe mit der Umgebung verschmelzen. Anlehnungen an die impressionistische Malerei wird dabei insbesondere in der Behandlung von Licht und Oberfläche sichtbar. Der 1963 in Teheran geborenen Künstler studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg in der Klasse von Christine Colditz, ebenso wie die diesjährige Zweitplatzierte Aja von Loeper. In ihrer Begründung hob die Jury die besondere Wirkung in den beiden Gemälden des Iraners hervor: „Akbar Akbarpour hat mit Öl auf Leinwand ein Bildpaar von großer Ausdruckskraft und Zeitlosigkeit geschaffen: Es verbindet körperliche Arbeit und malerische Energie, soziale Dimension und kompositorische Raffinesse. Zwei Werke, die in ihrer Ruhe ebenso überzeugen wie in ihrer Intensität – und die lange nachwirken.“
Den mit 5.500 Euro dotierten zweiten Preis nahm die 1971 geborene Aja von Loeper für ihre Arbeit „Das große Bodenstück 26-2“ entgegen. Der Titel spielt auf Albrecht Dürers berühmtes „Großes Rasenstück“ an. Von Loeper bearbeitet Papier mit Buchenholzkolben so lange, bis sich die Papierfasern verdichten und reliefartige, dreidimensionale Strukturen entstehen. Die Papierbahn ihres Bodenstücks ist in einen begehbaren Glaskasten eingebettet und lädt Besucher*innen ausdrücklich dazu ein, das Kunstwerk zu betreten und aus nächster Nähe zu erleben. In ihrer Dankesrede erinnerte die Künstlerin an ihre langjährige Verbindung zu den Nürnberger Nachrichten. So sei es die Kulturredakteurin Birgit Ruf gewesen, die vor über 20 Jahren als erste über ihre Arbeiten berichtete und ihre künstlerische Entwicklung seither begleitete.
Der dritte Preis und 3.000 Euro gingen an den 1987 geborenen Künstler Tobias Buckel für sein Gemälde „Arbeiterküche“. Das nahezu monochrom in Grautönen gehaltene Bild zeigt die nüchterne Innenansicht einer Küche. Bei genauerem Hinsehen entfalte sich jedoch „eine bemerkenswerte malerische und kompositorische Dichte“, begründete die Jury ihre Entscheidung. Weitere NN-Kunstpreise in Höhe von jeweils 2.000 Euro erhielten Paula Hacker, Hubertus Hess, Petra Krischke, Sabine Steinhäusler und Brigitta Volz. Sie wurden für Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Objektkunst und Goldschmiedekunst ausgezeichnet.
Der Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten wird seit 1993 vergeben. Er geht auf den 2018 verstorbenen Verleger Bruno Schnell zurück, dem die Förderung regionaler Kunst ein besonderes Anliegen war. Teilnahmeberechtigt sind alle Kunstschaffende, die aus der fränkischen Region und der Oberpfalz stammen oder dort leben und arbeiten. Die prämierten Werke der aktuellen Ausgabe werden gemeinsam mit 60 weiteren Arbeiten von 54 Künstler*innen im Kunsthaus Nürnberg präsentiert. Bis zum 30. August haben Besucher*innen die Chance, für ihr Lieblingswerk abzustimmen. Der oder die Gewinner*in des Publikumspreises darf sich dann über 2.000 Euro freuen.
Die Ausstellung „Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten 2026“ läuft bis zum 6. September. Das Kunsthaus Nürnberg hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Ein Katalog zur Ausstellung ist für 20 Euro erhältlich. Unter dem Motto „Meet the Artist“ stehen beteiligte Künstler*innen zu bestimmten Zeiten für Gespräche mit den Besucher*innen zur Verfügung.
Kunsthaus Nürnberg
Königstraße 93
D-90402 Nürnberg
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