Trauer um Angela Rosengart  |  | Angela Rosengart mit ihrem Picasso-Portrait | |
Die Schweizer Kunsthändlerin Angela Rosengart ist am 30. Juni im Alter von 94 Jahren gestorben. Die von ihr gegründete Stiftung gab den Tod der Mäzenin und Direktorin des Museums Sammlung Rosengart bekannt. Ihr Vater, der Schweizer Kunsthändler Siegfried Rosengart, dessen Onkel der berühmte Münchner Galerist Heinrich Thannhauser war und der über ihn in Kontakt zur Kunstwelt kam, begründete die Galerie 1920 in Luzern. Durch ihren Vater pflegte Angela Rosengart schon früh freundschaftliche Beziehungen mit Künstlern wie Marc Chagall, Georges Braque oder Henri Matisse und auch zu Pablo Picasso, der sie fünfmal portraitierte und bei dem sie mit ihrem Vater Werke für ihren Kunsthandel auswählte. Mit 16 Jahren begann sie in der familieneigenen Galerie Rosengart in Luzern zu arbeiten, wurde 1957 Teilhaberin und erwarb dabei selbst Werke direkt von den Künstlern oder aus deren Nachlass.
Im Jahr 1992 gründete Angela Rosengart ihre Stiftung und brachte ihre gesamte Privatsammlung ein, die sich vor allem auf Kunst des Impressionismus und der Klassischen Moderne, darunter rund 125 Werke von Paul Klee, konzentrierte. Sechs Jahre später erwarb sie die ehemalige Filiale der Schweizer Nationalbank in Luzern und ließ das neoklassizistische Gebäude zu einem Museum umbauen. Im Jahr 2002 öffnete sie das Museum Rosengart mit rund 300 Werken für das Publikum. Zu sehen sind hier seither Gemälde und Zeichnungen von Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Georges Seurat, Amedeo Modigliani, Chaïm Soutine, Wassily Kandinsky oder Fernand Léger. Bis zu ihrem Tod war Angela Rosengart häufig in ihrem Museum anzutreffen. Für ihre Verdienste wurde sie 2024 mit dem Anerkennungspreis des Kantons Luzern geehrt. Jetzt bereichert sie die Kunstwelt mit ihrem großzügigen Erbe. |