Alexandra Grants Literaturgemälde in Nürnberg  |  | Alexandra Grant, Gnaden Überlast/Grace Overload, 2026 | |
Das Neue Museum Nürnberg widmet ab heute Alexandra Grant die erste museale Einzelschau in Deutschland und rückt acht große Gemälde in den Mittelpunkt, die US-amerikanische Künstlerin eigens für die Ausstellung geschaffen hat. Dabei hat die 1973 geborene Grant auf literarische Texten von acht Autorinnen vom Mittelalter bis zur Gegenwart zurückgegriffen und sich auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit und Gegenwart Nürnbergs begeben. Denn vier der Schriftstellerinnen stammen aus der fränkischen Metropole, darunter die Dominikanerin Christina Ebner, die im 14. Jahrhundert für ihre Schriften und ihren Rat geschätzt wurde, Maria Catherina Stockfleth, ein bedeutendes Mitglied des „Pegnesischen Blumenordens“, einer Nürnberger Literaturgesellschaft der Barockzeit, oder die 1992 verstorbene Gisela Elsner, Mitstreiterin von Günter Grass und Heinrich Böll in der „Gruppe 47“, die 1964 den Prix Formentor für ihren Roman „Die Riesenzwerge“ gewann. Mit ihren Schriftbildern, in denen Literatur, weibliche Weltaneignung und Malerei eins werden, will Grant weiblichen Stimmen Gehör verschaffen.
Die acht großformatigen, jeweils viereinhalb Meter breiten Gemälde hat Alexandra Grant, die am California College of the Arts in San Francisco studierte, im Siebdruckverfahren gefertigt, dann farbig übergangenen und dabei Schrift mit ornamentalen sowie amorphen Gebilden zu bunten Kosmologien verbunden. Gerade mit einer druckgrafischen Technik knüpft sie an die Geschichte des Buchdrucks in Nürnberg an. Ihre Themen sind die Selbstfindung von Frauen durch das Schreiben im Laufe der Geschichte, Migration nach und aus Deutschland sowie innerhalb Deutschlands. Zudem spricht Grant in ihren Bildern auch spirituelle Erfahrung, Depression und Hoffnung, Krieg, Armut und Zugang zu Ressourcen sowie Humanismus und Diskriminierung an und geht somit auf die Rolle von Frauen in der Vergangenheit und Gegenwart der deutschen Literatur ein.
Die Ausstellung „Alexandra Grant – Ein Stern genügt, um an das Licht zu glauben“ läuft vom 17. Juli bis zum 11. Oktober. Das Neue Museum Nürnberg hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet regulär 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei.
Neues Museum Nürnberg – Staatliches Museum für Kunst und Design
Klarissenplatz
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