Manor Kunstpreis für Caterina De Nicola  |  | Caterina De Nicola | |
Caterina De Nicola erhält Manor Kunstpreis Winterthur 2027. Die 1991 geborene Italienerin, die in Zürich lebt und arbeitet, wird für ihr Schaffen ausgezeichnet, das an der Schnittstelle von bildender Kunst und Musik angesiedelt ist und Textarbeiten, Klang, Bild und Forschung an Objekten vereint. Ihre Transformation alltäglicher Gegenstände in komplexe künstlerische Settings überzeugte die Jury, namentlich ihre Installation in ihrer Ausstellung „Reek of past pitfalls“, die 2023 im Istituto Svizzero in Mailand zu sehen war. „Mit ihrer raumgreifenden Installation ‚Reflux‘ schafft sie es mit einem beinahe punkmäßig improvisierten DIY-Ansatz, die Traditionen der Kunst zu reflektieren, selbstbewusste plastische Setzungen vorzunehmen und zugleich Stellung zu beziehen zur Welt von heute“, heißt es in der Begründung zur Preisvergabe.
Caterina De Nicola, die an der École cantonale d’art de Lausanne studiert hat, setzt sich mit der Zirkulation kultureller Formen auseinander und konzentriert sich darauf, wie Bilder, Symbole und Materialien in zeitgenössischen Systemen wiederverwendet, verlagert und dabei ihrer Bedeutung entleert werden. Durch die Transformation von Fundstücken und visuellen Elementen konstruiert sie instabile Umgebungen, in denen Lärm, Fragmentierung und Verzerrung als analytische Werkzeuge fungieren. „Caterina De Nicolas Praxis ist von einem Interesse am Zustand einer erweiterten Gegenwart geprägt, in der Wiederholung und Recycling die Produktion neuer Vorstellungswelten ersetzen. Die Künstlerin arbeitet mit Do it yourself-Prozessen und nutzt dabei weggeworfene Materialien, die sie kombiniert und mit denen sie die Ausstellungsräume bespielt“, führt die Jurybegründung weiter aus.
Der 1982 gegründete Manor Kunstpreis geht auf eine Initiative von Philippe Nordmann, dem Chef der Schweizer Warenhauskette Manor, zurück. Er wird in zwölf Schweizer Städten vergeben, ist mit 15.000 Franken dotiert und will jungen Schweizer Künstlerinnen und Künstlern eine öffentliche Plattform bieten. Zudem erhalten die Ausgezeichneten eine Einzelausstellung samt Publikation im Kunstmuseum der jeweiligen Stadt. Er ging unter anderem bereits an Britta Huttenlocher, Nic Hess, Andro Wekua, Fabian Marti, El Frauenfelder, Brigham Baker, Jan Vorisek oder Lorenza Longhi. Die Preisvergabe an Caterina De Nicola erfolgt an der Vernissage im Kunstmuseum Winterthur Ende August 2027. |