Preisträgerin Veronika Hilger in Neumarkt  |  | in der Ausstellung „Veronika Hilger – Lothar-Fischer-Preis 2025“ | |
Veronika Hilger hat im vergangenen Jahr den Lothar-Fischer-Preis erhalten. Nun präsentiert das Museum Lothar Fischer in Neumarkt in der Oberpfalz die dazugehörige Preisträgerinnenschau und hat annähernd 50 Werke der 1981 in Prien am Chiemsee und heute in München lebenden Künstlerin versammelt, die einen Überblick über ihr malerisches und plastisches Schaffen aus der letzten Dekade geben. Dabei eröffnet sich eine surreal anmutende Welt aus Ölgemälden und glasierten Keramiken, die durch eine eigene Farbgestaltung und Formenvielfalt überzeugen. Stets verzichtet Hilger auf Werktitel und lässt die biomorphen Figurationen ihrer fantasievollen Kompositionen für sich selbst sprechen. Angesiedelt zwischen den unterschiedlichen Gattungen von Interieur, Landschaft, Stillleben, Figurenbild und Porträt verbindet sie alles Dargestellte zu einer geheimnisvollen Einheit, das sich einer schnellen Identifizierung und Zuordnung entzieht. „Ich versuche selbst zu üben, das Bild immer aus verschiedenen Betrachtungssituationen zu verstehen“, so Hilger. Folglich bleibt das Interpretationsrahmen ihrer Kunst immer offen.
Veronika Hilger, die nach ihrem Studium der Kunstpädagogik, Psychologie und Ethnologie an der Universität Augsburg 2007 an die Akademie der Bildenden Künste nach München zu Axel Kasseböhmer wechselte und dort zuletzt Meisterschülerin von Jean-Marc Bustamante war, setzt sich mit verschiedenen Maltechniken, Stilen, Epochen, Symbolen und Szenerien der Kunstgeschichte auseinander und betont dabei: „Die wichtigste Quelle für meine Bilder ist die Beschäftigung mit der Malerei selbst.“ Aber auch das in der Natur, im Alltag oder im Traum Gesehene, Erlebte oder Erdachte verwebt sie miteinander und lotet menschliche Themen, Zustände und Verbindungen aus, deren Darstellung über die bloße Wiedergabe des Realen hinausgeht. Auch in ihren amorphen Keramiken, die an deformierte Körperteile, hybride Wesen, traurige Pflanzen oder fremdartige Maschinen erinnern, scheinen aktuelle Fragen der Menschheit auf: Wie verhält sich der Mensch zur Natur? Wie verbinden sich Einzelteile zu einem Ganzen? Wie verortet sich das Individuum in der Welt? Oder darf überhaupt etwas mehr wert sein als das andere?
Die Ausstellung „Veronika Hilger – Lothar-Fischer-Preis 2025“ läuft bis zum 11. Oktober. Das Museum Lothar Fischer hat mittwochs bis freitags von 14 bis 17 Uhr, am Wochenende von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre ist er kostenlos.
Museum Lothar Fischer
Weiherstraße 7a
D-92318 Neumarkt in der Oberpfalz
Telefon: +49 (0)9181 – 51 03 48 |