Bregenz würdigt Ursula Krinzinger  |  | Ursula Krinzinger in ihrer Ausstellung im Bregenzer Palais Thurn und Taxis | |
In der Sommerausstellung erinnert Bregenz daran, dass Ursula Krinzinger vor 55 Jahren ihre erste Galerie in der Stadt am Bodensee eröffnete und von hier aus ihre internationale Karriere startete. Die Schau im Palais Thurn und Taxis versteht sich nicht als chronologische Retrospektive, sondern als kuratorisch entwickeltes Beziehungsgeflecht. Dafür haben Judith Reichart, Leiterin des Kulturservice der Landeshauptstadt Bregenz, und der Kurator Gerald Matt zusammen mit Ursula Krinzinger Werke ausgewählt, die die Galeristin bereits in ihren frühen Jahren in Bregenz präsentierte, etwa von Gottfried Bechtold, Hubert Berchtold, Bruno Gironcoli, Maria Lassnig oder Arnulf Rainer, ebenso wie internationale Positionen, deren Entwicklung sie über Jahrzehnte hinweg begleitet und gefördert hat, darunter von Marina Abramovic, Monica Bonvicini, Paul McCarthy, Valie Export, Jonathan Meese, Gina Pane, Toni Schmale oder Erwin Wurm.
Nach ihrem Kunstgeschichte- und Archäologiestudium in Innsbruck, Wien, Paris und London sowie ihrer Dissertation über den Vorarlberger Maler Franz Xaver Bobleter eröffnete die 1940 in Bregenz geborene Ursula Krinzinger hier 1971 ihre ersten Galerieräume in der Deuringstraße und legte damit den Grundstein für eine außergewöhnliche Laufbahn. Auch wenn es sie hier nicht lange hielt und sie schon 1972 nach Innsbruck übersiedelte, zeigten sich bereits in Bregenz ihr sicheres Gespür für künstlerische Entwicklungen, ihre intellektuelle Offenheit und eine konsequente Haltung, die auf der Überzeugung beruht, dass Kunst gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur reflektiert, sondern aktiv mitgestaltet. Oft erkannte sie Positionen, lange bevor diese internationale Anerkennung fanden, und baute als Vermittlerin ein Netzwerk auf, das Künstler*innen, Museen, Sammler*innen und Institutionen weltweit miteinander verbindet und bis heute zu den Konstanten der internationalen Kunstszene zählt. Diese Verbindungslinien zeichnet die Ausstellung nach, indem die Hängung kunsthistorische, inhaltliche und generationenübergreifende Dialoge sichtbar macht und Archivalien, historische Fotografien und Ausstellungsplakate einstreut. Zusammen mit den künstlerischen Positionen dokumentieren sie den gesellschaftlichen und kunsthistorischen Kontext, in dem Ursula Krinzingers Wirken entstand und bis heute andauert.
Die Ausstellung „Die Galeristin Ursula Krinzinger und Bregenz“ ist bis zum 30. August zu sehen. Das Palais Thurn und Taxis hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Palais Thurn und Taxis
Gallusstraße 10
AT-6900 Bregenz |