Füger-Schenkung für Würzburger Museum  |  | Friedrich Heinrich Füger, Die christliche Tugenden, um 1800 | |
Das Martin von Wagner Museum der Universität Würzburg hat ein Gemälde von Friedrich Heinrich Füger als Schenkung erhalten. Bei dem Werk handelt es sich um die querovale Allegorie „Christliche Tugenden“ aus der Zeit nach 1800. Damian Dombrowski, Direktor von Gemäldegalerie, zeigt sich sehr erfreut über den bedeutenden Sammlungszuwachs: „Mit dem per Schenkung erworbenen Bild wird bald aber auch eine ganz andere Seite des Klassizismus zu sehen sein.“ Zugleich weist er darauf hin, dass Museumsgründer Martin von Wagner ein Schüler Fügers war und daher eine inhaltliche Beziehung zum Museum vorliegt.
Friedrich Heinrich Füger gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Klassismus. Wie viele junge Künstler seiner Zeit hielt er sich ab 1776 mehrere Jahre in Rom auf, wo er Werke seiner italienischen Vorbilder, allen voran Domenichino, studierte. Nach seiner Rückkehr wurde er zunächst Vizedirektor, später Direktor der Wiener Akademie der Bildenden Künste, an der er Martin von Wagner unterrichtete. In dieser Schaffensphase zu Beginn des 19. Jahrhunderts fällt auch das Gemälde „Christliche Tugenden“, dessen Komposition den Einfluss Domenichinos deutlich erkennen lässt.
Mit der Konzentration auf die nach oben blickenden weiblichen Figuren, Sinnbilder für die Tugenden Liebe, Glaube und Hoffnung, erweitert die Schenkung den Sammlungsschwerpunkt des Museums um eine christlich-religiöse Facette des Klassismus. Sie ergänzt damit das bereits im vergangenen Jahr erworbene Füger-Gemälde „Thetis vor Zeus“, das den mythologischen Klassizismus repräsentiert. Gemeinsam veranschaulichen beide Werke die thematische Bandbreite in Fügers Schaffen und werden künftig im Klassizismus-Saal der Gemäldegalerie vereint zu sehen sein. |