Caspar Scheuren und die Rheinromantik in Königswinter  |  | Caspar Scheuren, Lurleifelsen, 1865 | |
Das Siebengebirgsmuseum in Königswinter widmet sich in der Schau „Landschaft, Sage und Geschichte“ aktuell Caspar Scheuren und seinen Darstellungen vom Rhein. Der 1810 in Aachen geborene Maler gilt als ein wichtiger Vertreter der deutschen Spätromantik und kombiniert in seinen Arbeiten Landschaft, Figuren und Ornamentik miteinander. Der beliebte und geschätzte Künstler fand nicht nur beim preußischen Königshaus, sondern auch bei einem größeren Publikum Anklang, nicht zuletzt durch die Verbreitung seiner Werke in Alben oder Buchillustrationen. So stellt das Siebengebirgsmuseum auch 14 der 26 Blätter aus seinem großen Rheinalbum „Landschaft, Sage, Geschichte und Monumentales der Rheinprovinz“ von 1865 vor. Ergänzt werden die Arbeiten mit vergleichenden Gemälden und Zeichnungen aus seiner Hand sowie durch Werke seines künstlerischen Umfelds.
Caspar Scheuren studierte an der Kunstakademie Düsseldorf in der berühmten Landschaftsklasse Johann Wilhelm Schirmers. Ab 1835 führte er sein eigenes Atelier und widmete er sich zeitlebens der Landschaft des Rheins, die in der ersten Jahrhunderthälfte zum Inbegriff des Romantischen avancierte und die er mit erzählerischen Motiven auflud. So zeigt etwa eine Farblithografie von 1859 das tragische Sujet um den Ritter Roland und seine Verlobte Hildegunde. Als die Liebenden durch einen Kriegszug nach Spanien getrennt wurden und aufgrund einer Fehlinformation um den Tod Rolands, trat Hildegunde in ein Kloster ein. Nachdem der Ritter zurückgekehrt war und vom Klosterleben seiner Geliebten erfuhr, blickte der Unglückliche stets aus einem Fenster der Burg Rolandseck in den Klostergarten hinab, um eventuell Hildegunde sehen zu können. Dies illustriert Scheuren auf zwei Blättern, eingefasst in dekorative Rund- und Spitzbögen mittelalterlicher Herkunft mit vegetabilen Dekorationen und Lünetten mit Blicken auf den Rhein.
Mit derartiger Burgen- und Rheinromantik war Scheuren Teil einer Entwicklung, die den Rhein als wichtiges Motiv nutzte, darunter Künstler, Schriftsteller, Dichter und Musiker. So schrieb Friedrich Schlegel etwa, dass der Rhein „durch Natur, Geschichte, Kunst und Kultur dem romantischen Empfinden eine vollkommene Landschaft“ darstelle. Dies illustriert Caspar Scheuren in seinem Rheinalbum, in dem er einen weiten Fundus an historischen Quellen, Zitaten, Sagenmotiven und mythologischen Bezügen zusammenstellte. Ein bukolisches Idyll hingegen präsentiert Scheuren 1848 in dem Ölbild „Hirten im Wald“, die ihre Schafe mit einem weißen Hund an einer Wasserstelle hüten und mit einer Panflöte musizieren. Lyrisch gibt sich auch ein Aquarell von Georg Osterwald, der 1867 seinen Laute spielenden Musiker an den Wegesrand in Begleitung eines Hundes in die erhaben wirkende Landschaft von „Schloss Sayn und die Sayner Hütte“ platzierte.
Die Ausstellung „Landschaft, Sage und Geschichte. Caspar Scheuren und der Rhein“ läuft bis zum 28. Februar 2027. Das Siebengebirgsmuseum hat täglich außer montags von 14 bis 17 Uhr, samstags zusätzlich bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.
Siebengebirgsmuseum der Stadt Königswinter
Kellerstraße 16
D-53639 Königswinter
Telefon: +49 (0)2223 – 3703 |