Basak Senova neue Chefkuratorin am Kunsthaus Wien  |  | Basak Senova übernimmt die kuratorische Verantwortung am Kunsthaus Wien | |
Die neue Chefkuratorin am Kunsthaus Wien heißt Basak Senova. Die 1970 in Istanbul geborene Designerin und Wissenschaftlerin hat zum 1. August den Posten von Sophie Haslinger übernommen, die als Direktorin an das Fotomuseum Winterthur gewechselt ist. In einem internationalen Auswahlverfahren konnte sich Senova gegen rund 100 Bewerber*innen aus mehr als 30 Ländern durchsetzen. „Mit Basak Senova haben wir eine Kuratorin gewonnen, die über große internationale Erfahrung verfügt und künstlerische Qualität mit einem feinen Gespür für gesellschaftliche und ökologische Fragestellungen verbindet“, so Gerlinde Riedl, Direktorin des Kunsthauses Wien. „Gemeinsam werden wir die Position des Kunsthauses Wien als international vernetztes Museum für zeitgenössische Kunst und Ökologie konsequent ausbauen.“
Basak Senova, die seit 2017 in Wien lebt und arbeitet, studierte Literatur und Grafikdesign und wurde an der Bilkent University in Ankara promoviert. Darüber hinaus nahm sie am Curatorial Training Programme der De Appel Foundation in Amsterdam teil. Nach Forschungs- und Lehrtätigkeiten an verschiedenen Universitäten entwickelte und leitete Senova an der Universität für angewandte Kunst in Wien die Fellowship-Plattform „The Octopus Programme“. Sie wird die Forschungsarbeit im März 2027 mit einer Buchpublikation abschließen und bleibt als Projektleiterin des Africa-UniNet-Projekts „Thinking Soil & Water“ bis September 2028 mit der Universität verbunden. Dadurch soll eine Brücke zwischen dieser Forschungsinitiative und dem Kunsthaus Wien entstehen.
Ihre langjährige internationale kuratorische Praxis umfasst ein breites Spektrum an Formaten und Kontexten, von Biennalen und Museumsausstellungen über groß angelegte Langzeitprojekte und ortsspezifische Interventionen bis hin zu forschungsbasierten Initiativen und Klangkunstfestivals. So verantwortete Basak Senova unter anderem den Pavillon der Türkei bei der 53. Biennale di Venezia im Jahr 2009 sowie den Pavillon Nordmazedoniens bei der 56. Biennale di Venezia im Jahr 2015. Zu ihren weiteren ausgewählten Projekten zählen ihre Tätigkeit als Art Gallery Chair der ACM SIGGRAPH in Vancouver, die Helsinki Photography Biennial und „Jerusalem Show VII: Fractures“ im Jahr 2014, „Lines of Passage“ auf Lesbos im Jahr 2016 oder das Ausstellungsprojekt „CrossSections“, das sich zwischen 2017 und 2019 in acht Präsentationen in Wien, Helsinki, Stockholm und Rom entfaltete.
Schreiben und Publizieren sind zentrale Bestandteile ihrer Tätigkeit. Senova war unter anderem für Londoner Online-Plattform Ibraaz, Pass, die Zeitschrift der International Biennial Association, und Flash Art International redaktionell tätig sowie Mitglied mehrerer internationaler Beiräte. Als Gründungsmitglied der in Istanbul ansässigen Organisation „Nomad“, die an der Schnittstelle von digitaler Kultur und zeitgenössischer Kunst arbeitet, initiierte sie zudem das Klangkunstprojekt „ctrl_alt_del“ und „Upgrade! Istanbul“. Im November wird Senova als Chefkuratorin am Kunsthaus Wien ihre erste Ausstellung im Projektraum Garage präsentieren. |