Besucherrekord für Brancusi in Berlin Constantin Brancusi hat der Neue Nationalgalerie in Berlin ein Besucherhoch beschert. Die Werke des rumänisch-französischen Bildhauers zogen bis zum Abschluss der Ausstellung am vergangenen Samstag mehr als 320.000 Gäste an. Das gaben die Staatlichen Museen zu Berlin heute bekannt. Mit dieser Zahl gehöre die Schau „Brancusi“, die gemeinsam mit dem Centre Pompidou in Paris entwickelt wurde, neben den Präsentationen „Das MoMA in Berlin“ im Jahr 2004, „Die schönsten Franzosen kommen aus New York“ im Jahr 2007 und „Gerhard Richter“ im Jahr 2012 zu den bestbesuchten Ausstellungen in der Geschichte der Neuen Nationalgalerie seit 1968.
Seit dem 20. März hatte die Neue Nationalgalerie mehr als 150 Arbeiten des „unbekanntesten Großmeister der Moderne“ in ihren Räumen versammelt und damit dem Ausnahmekünstler die erste umfassende Retrospektive seit über 50 Jahren in Deutschland gewidmet. Noch nie zuvor sei das Schaffen eines der bedeutendsten Bildhauer der Moderne in dieser Dichte und Qualität in Berlin zu sehen gewesen. Neben Hauptwerken, darunter die „Schlummernde Muse“, „Der Kuss“, der „Vogel im Raum“ und die „Unendlichen Säule“, hatte das Kuratorenduo Klaus Biesenbach und Maike Steinkamp auch die Teilrekonstruktion des berühmten Ateliers von Brancusi ausgewählt, die erstmals außerhalb von Paris zu sehen war.
Der 1876 geborene Constantin Brancusi gilt als einer der Begründer der modernen Skulptur. Nach akademischen Anfängen in Rumänien entwickelte er ab 1907 in Paris eine eigene Formensprache und schuf organische, auf das Wesentliche reduzierte Skulpturen, die ihn zu einem Wegbereiter der skulpturalen Abstraktion im frühen 20. Jahrhundert machten. Brancusis stetige Suche nach einem künstlerischen Ideal zeigt sich in den formalen Variationen weniger zentraler Motive sowie im Spiel mit unterschiedlichen Materialien und Oberflächen. So entwickelte er seine Themen teilweise über Jahrzehnte hinweg weiter, wobei er seine Formen zunehmend abstrakter und radikal vereinfacht ausbildete. |