Österreich zeichnet Paul Albert Leitner aus  |  | Paul Albert Leitner, Myself in the garden, Schruns, Austria, July 2026 | |
Der Österreichische Staatspreis für künstlerische Fotografie 2026 geht an Paul Albert Leitner. Das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport zeichnet den 1957 geborenen Tiroler wegen seiner „hervorragenden Leistungen im Bereich künstlerische Fotografie“ aus. Hemma Schmutz, Direktorin des Lentos Kunstmuseums in Linz, die Fotografin und letzte Preisträgerin Aglaia Konrad sowie Monika Faber vom Photoinstitut Bonartes wählten Leitner einstimmig für sein „besonders herausragendes Lebenswerk“ aus. Andreas Babler, Vizekanzler sowie Kunst- und Kulturminister, würdigte den Fotografen für „seinen außergewöhnlichen Beitrag zur österreichischen und internationalen Fotokunst“. „Paul Albert Leitner zeigt uns, dass Fotografie weit mehr sein kann als das Festhalten eines Augenblicks. Sie ist eine Form des genauen Hinschauens, der Neugier und der Auseinandersetzung mit unserer Wirklichkeit“, so Babler.
In der Jurybegründung heißt es: „Paul Albert Leitners Arbeit ist charakterisiert durch eine Vielzahl fotografischer Genres, die er durchaus gleichwertig behandelt. Leitner verwendet die Kamera als Werkzeug der Welterfahrung und Selbsterkenntnis sowohl auf ausgedehnten Reisen als auch in seiner nächsten Umgebung. Sein vielseitiges, gar überbordendes Œuvre, akribisch archivarisch geordnet, steht nicht nur quer zur akuten Schnelllebigkeit, sondern vermittelt vielmehr einen subjektiven künstlerischen Kosmos. Das Werk des Künstlers hebt sich zudem durch seinen langjährigen Einfluss auf die nationale und internationale Kunstszene ab. Der österreichische Staatspreis für künstlerischen Fotografie würdigt seine herausragenden Leistungen und rückt den Fokus der Öffentlichkeit auf ein Werk, dessen Qualitäten zukünftig von steigender Bedeutung sein werden.“
Paul Albert Leitner absolvierte zwischen 1973 und 1976 eine Ausbildung zum Fotografen. Mit der Übersiedlung von Tirol nach Wien im Jahr 1984 entschloss er sich, ausschließlich freischaffend zu arbeiten. Sein Werk vereint verschiedene Genres und umfasst Stillleben, Architekturbilder, Reisefotos, Selbstporträts, Stadt- und Landschaftsfotografien. In seinem Archiv verwaltet er über 80.000 Negative aus seiner fünfzigjährigen Schaffenszeit, die er mit begleitenden Notizen und Ephemera des Alltags in Zusammenhang bringt. Sein Werk wurde in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen international präsentiert, darunter in der Wiener Secession, im Fotohof Salzburg, im Frankfurter Kunstverein, in der Magnolia Hall in Lagos, in der Kunstuniversität von Isfahan, im Centre National de la Photographie in Paris, im Österreichischen Kulturforum in Berlin oder bei Camera Austria in Graz. Leitner erhielt unter anderem 1995 den Rupertinum-Fotopreis, 2004 den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst und 2010 den Österreichischen Kunstpreis für Fotografie. Die Verleihung des elften Österreichischen Staatspeises für künstlerische Fotografie an Paul Albert Leitner findet im Herbst statt. |