Hans Traxler gestorben  |  | Satiriker, Illustrator, Autor: Hans Traxler ist gestorben. | |
Die „Birne“ als Satire auf Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl ist ins kollektive Gedächtnis eingegangen, seine knapp 50 eigenen Bücher, seine Karikaturen und satirischen Zeichnungen sind beredte Dokumente des Humors aus den 1960er bis 1980er Jahren. Bis zuletzt war das Zeichnen seine Passion: Am 24. August ist Hans Traxler 97jährig in seiner langjährigen Heimat Frankfurt verstorben. Dies gaben das Caricatura Museum und die Stadt Frankfurt bekannt.
Der 1929 in Herrlich in Böhmen geborene Maler, Zeichner, Karikaturist und Illustrator begann seine Laufbahn als Illustrator 17jährig in Regensburg. 1951 ging er nach Frankfurt und studierte an der Städelschule Malerei bei Georg Meistermann. Bekannt wurde Traxler als Satiriker 1963 mit der Wissenschaftsparodie „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“, in der er unter dem Pseudonym Georg Ossegg über die angebliche archäologische Ausgrabung des Lebkuchen-Hexenhauses im Spessart berichtete.
Hans Traxler gehörte mit Größen wie Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid, F.K. Waechter und Pit Knorr – mit dem er 1982 die „Birne“ erschuf – zur Künstlergruppe „Neue Frankfurter Schule“, auch bekannt als „Elch-Gruppe“. Die legendäre Gemeinschaft, benannt nach F.W. Bernsteins Leitspruch „Die schärfsten Kritiker der Elche, waren früher selber welche“, setzte neue, kühne Maßstäbe für die Kunst des Komischen und Satirischen in Deutschland.
Traxler gehörte 1962 zu den Mitbegründern der Zeitschrift „Pardon“ und gründete 1979 mit der „Elch-Gruppe“ das Satiremagazin „Titanic“. Seine Zeichnungen erschienen in Zeitungen wie der FAZ, der Zeit und der Süddeutschen. Er illustrierte Bücher von fast 30 Autoren, von Friedrich Schiller und Heinrich Heine bis Mark Twain und Kurt Tucholsky. Traxlers Kinderbücher wurden in viele Sprachen übersetzt. 2005 schenkte er der Stadt Frankfurt das „ICH-Denkmal“: Jeder kann sich auf dem mit „ICH“ beschrifteten Sockel fotografieren und so sich selbst ein Denkmal setzen.
Hans Traxler wurde u. a. mit dem Deutschen Karikaturenpreis, der Goetheplakette der Stadt Frankfurt und dem Wilhelm-Busch-Preis geehrt. Sein künstlerischer Nachlass mit über 3.700 Zeichnungen, Illustrationen und Skizzen liegt im Frankfurter Caricatura Museum.
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