DGPh-Stipendium für Samuel Solazzo  |  | Samuel Solazzo erhält den „Otto-Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie“ 2026 | |
Der „Otto-Steinert-Preises. DGPh-Förderpreis für Fotografie“ geht in diesem Jahr an Samuel Solazzo. Der 1993 in Schweinfurt geborene, heute in Berlin lebende Künstler überzeugte die Jury mit seinem Exposé „A Collection of Valuable Copies“. Laut Vergabegremium weise es eine weitreichende inhaltliche und formalästhetische Relevanz auf und werde nicht nur auf theoretischer Ebene als eigenständige Position wahrgenommen. Die konzeptionelle Stärke des Projekts liege in seiner Kombination aus wissenschaftlicher Archivarbeit und künstlerisch-fotografischer Darstellung materieller Kultur anhand der Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums der Universität Leipzig.
„Wo ist eigentlich das Original, und was daran wäre dann authentisch? Bei Solazzo lässt sich das kaum noch sagen – Bildhauer der Antike, römischer Kopist, Gipsformer des 19. Jahrhunderts, Archivar der Glasnegative, Fotograf von heute, dazu die Bombennacht 1943, die einen Großteil der Sammlung deformiert oder zerstört hat. Jede Station hielt fest, was in diesem Moment als ‚echt‘ galt – und irrte sich doch jedes Mal ein bisschen“, so Ralph Baiker, Vorsitzender der Sektion Bild bei der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh). „Solazzo zeigt, dass es dieses eine, endgültige Bild nie gab. Und lässt es dabei bewenden. Genau das macht die Arbeit so schön: Sie beantwortet nichts, sie öffnet. Dieses Wagnis, Vertrautes neu zu befragen, ist es, was wir mit dem Otto-Steinert-Preis fördern wollen.“
Samuel Solazzo, der Visuelle Kommunikation an der Bauhaus-Universität in Weimar und Photography Studies and Practice an der Folkwang Universität der Künste in Essen studiert hat, setzt sich in seinen Arbeiten mit Erinnerung, Archiv und dem Bild als Kopie auseinander. Dabei nutzt er die Fotografie weniger, um die Welt direkt abzubilden, sondern um über Reproduktion, Fragment und Auflösung nachzudenken. Dies vollzieht Solazzo häufig im Dialog mit Archäologie, Skulptur und dem gedruckten Buch als Ursprungsmedien. Neben dem Otto Steinert-Preis erhielt er bereits verschiedene Auszeichnungen und Förderungen, etwa die Teilnahme an der „Plat(t)form 2024“ im Fotomuseum Winterthur, das Märkische Stipendium für Bildende Kunst 2024 oder das Abschlussstipendium der Bauhaus-Universität Weimar. 2018 und 2020 schafften es seine Publikationen „Korrelationen“ und „Korrelationen II“ auf die Longlist des Deutschen Fotobuchpreises.
Der erstmals 1979 verliehene „Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie“ wird von der Sektion Bild der Deutschen Gesellschaft für Photographie vergeben und fördert herausragende Positionen des professionellen fotografischen Nachwuchses. Er wird alle zwei Jahre ausgeschrieben und richtet er sich an noch zu realisierende fotografische Projekte; die Vergabe ist an keine stilistische Ausrichtung oder Thematik gebunden. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert: einem Stipendium in Höhe von 5.000 Euro und zwei Anerkennungen in Höhe von je 500 Euro, die heuer an Clarita Maria für ihr Konzept „Xola n’abantu“ und an Elliott Kreyenberg für seine Idee „War Flowers“ gehen. Die Preisverleihung findet am 24. Oktober im Rahmen der „DGPh Photography Awards“ im Museum für Angewandte Kunst in Köln statt. |