Trauer um Carolin Scharpff-Striebich  |  | Die Sammlerin, Mäzenin und Kunstenthusiastin Carolin Scharpff-Striebich ist gestorben | |
Das Kunstmuseum Bonn und die Aachener Peter und Irene Ludwig Stiftung trauern um Carolin Scharpff-Striebich. Die Sammlerin, Mäzenin und langjährige Vorsitzende der Freunde des Kunstmuseums Bonn sowie die Kuratoriumsvorsitzende der Ludwig Stiftung ist am 28. August nach schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahren gestorben. Das Museum habe sie über viele Jahre eng begleitet und mit ihrem mäzenatischen Engagement nachhaltig geprägt. So gehörte Scharpff-Striebich seit vielen Jahren dem Vorstand der Freunde des Kunstmuseums Bonn an, bevor sie 2020 dessen Vorsitz übernahm. 2021 gründete sie außerdem die Förderstiftung des Kunstmuseums Bonn, der sie seither ebenfalls vorstand. Für die Peter und Irene Ludwig Stiftung war sie seit 2023 als Kuratoriumsvorsitzende tätig. Scharpff-Striebich sei eine leidenschaftliche Kunstförderin, eine kluge Vermittlerin und allseits beliebte Netzwerkerin gewesen, ließ die Aachener Stiftung wissen. Ihr früher Tod sei ein großer Verlust für die Kunstwelt.
Die 1963 in Darmstadt geborene Carolin Scharpff-Striebich studierte Betriebswirtschaft in Deutschland, Amerika und Frankreich, arbeitete danach in der chemischen Industrie und unterrichtete Marketing an der Berufsakademie in Karlsruhe. Im Januar 2004 übernahm sie die Leitung der renommierten Kunstsammlung ihrer Eltern Ute und Rudolf Scharpff, die zu den großen Privatkollektionen mit Kunst ab 1950 in Deutschland zählt. Seit dem Tod ihres Vaters im Jahr 2019 war Scharpff-Striebich die Vorsitzende der Rudolf und Uta Scharpff Stiftung für zeitgenössische Kunst. Parallel baute sie ihre eigene Kollektion auf und konzentrierte sich dabei auf Malerei und plastisch-installative Werke der Gegenwart mit zeitkritischem Bezug.
Neben ihren Tätigkeiten in Bonn und Aachen wirkte Scharpff-Striebich als Vorstandsmitglied des Kunstsammlervereins in Berlin, als Mitglied des Kuratoriums der Staatsgalerie Stuttgart, im Stiftungsrat der Kunsthalle Tübingen und in der Ankaufskommission der Tate Modern in London. Gemeinsam mit ihrem Vater entwickelte sie 2008 das „Offene Depot“. Damit ist es der Hamburger Kunsthalle, dem Kunstmuseum Stuttgart, dem Kunstmuseum Bonn, der Staatsgalerie Stuttgart und der Kunsthalle Mannheim möglich, mit den Beständen der beider Sammlungen nach eigenen Vorstellungen zu arbeiten. So sind in der aktuellen Sammlungspräsentation des Kunstmuseums Bonns fünf bedeutende Leihgaben aus dieser langjährigen Kooperation zu sehen. Das Haus zeigte sich daher für ihr langjähriges Wirken und ihre Verbundenheit mit dem Museum dankbar. Sie habe sich unvergesslich in die Geschichte des Hauses eingeschrieben. |