Kunstpreis der Stadt Nordhorn für Sarah Lehnerer  |  | Sarah Lehnerer wird mit dem Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2026 ausgezeichnet | |
Der mit 4.500 Euro dotierte Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2026 geht an Sarah Lehnerer. Die Jury, die aus Vertreter*innen der Stadt Nordhorn sowie des Förderkreises der Städtischen Galerie Nordhorn besteht, würdigt damit das Schaffen der 1987 geborenen Künstlerin, die medienübergreifend Fotografie, Druckgrafik, Skulptur und Text mit besonderen künstlerischen Strategien, wie dem Journaling, der Recherche sowie einem über Jahre gewachsenen persönlichen Bildarchiv verbindet. Sie habe durch ein frisches und überregional bedeutendes Werk auf sich aufmerksam gemacht. Dies wird ab März 2027 in der Preisträgerschau der Städtischen Galerie Nordhorn präsentiert.
Sarah Lehnerer studierte Bildende Kunst in Hamburg und München, absolvierte den Masterstudiengang Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien und reichte 2025 ihre Dissertation zum Thema „Writing as Artistic Practice“ an der HFBK Hamburg ein. Seit 2018 unterrichtet sie regelmäßig an diversen Kunsthochschulen und nahm Lehraufträge unter anderem in den Bereichen Malerei, Neue Medien und Schreiben als künstlerische Praxis wahr. Sie erhielt mehrere Preise, Stipendien und Residenzen, darunter die Förderung der Studienstiftung des deutschen Volkes, das Karl-Schmidt-Rottluff-Stipendium sowie Aufenthalte an der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart und der Casa Lü in Mexiko-Stadt.
Im Mittelpunkt ihrer bildnerischen Arbeit stehen Fotografien und Scans aus ihrem eigenen Alltag. Dabei greift Lehnerer auf Körpersprache, Gesten und Berührung, aber auch auf Passagen aus aktuell gelesenen Büchern oder auf alltägliche Objekte zurück. Auf dieser Grundlage entstehen großformatige, oft raumgreifende Druckarbeiten auf Seidenpapier. Zentrale Themen sind dabei die reproduktive Arbeit, Care-Praktiken, biografische Einschreibungen und die gesellschaftlichen Strukturen, in die diese eingebettet sind.
In ihrem künstlerischen Schreiben beschäftigt sich Sarah Lehnerer mit feministischen Schreibstrategien, Erinnerungsprozessen sowie der politischen Dimension der gesellschaftlichen Polyphonie. Außerdem betreibt sie gemeinsam mit Benedikt Bock das Community-Projekt „Texte zum Nachdenken“, eine Plattform für Schreiben als künstlerische Praxis. Im Rahmen des Projekts organisieren sie Lesungen und Summer Schools und bauen derzeit die erste Bibliothek zu diesem Themenfeld auf, die 2026 erstmals auf der Art Basel präsentiert wurde. |