Musée Renoir in Südfrankreich bestohlen  |  | Das Musée Renoir in Cagnes-sur-Mer wurde Opfer eines Raubzugs | |
Schon wieder hat sich ein prominenter Kunstdiebstahl in Frankreich ereignet: Gestern entwendeten unbekannte Täter vier Gemälde aus dem Musée Renoir im südfranzösischen Cagnes-sur-Mer. Zwei Diebe drangen in den frühen Morgenstunden des 8. September über den Garten in das ehemalige Wohnhaus Pierre-Auguste Renoirs ein und ließen die wertvollen Werke des Impressionisten mitgehen. Der Alarm wurde gegen 5:48 Uhr ausgelöst. Die Polizei war laut Bürgermeister Bryan Masson etwa fünf Minuten später vor Ort, konnte aber nur die beiden Gemälde „Portrait de Madame Stephen Pichon“ und „Coco lisant“ sicherstellen, die die Diebe bei ihrer überstürzten Flucht im Garten des Museums zurückließen.
Den gesamten Wert der Beute bezifferte Masson mit rund 9 Millionen Euro. Weiterhin verschwunden sind Renoirs „Portrait Madame Colonna Romano“ aus der Zeit um 1910 und das eher skizzenhafte Ölgemälde „Jeune femme au puits“ aus der Mitte der 1880er Jahre, beides Leihgaben aus dem Musée d’Orsay. Das Musée Renoir wurde 1960 am letzten Wohnsitz des Malers gegründet, den Pierre-Auguste Renoir von 1908 bis zu seinem Tod im Dezember 1919 bewohnte. Das Museum beherbergt vierzehn Gemälde und 40 Skulpturen des Meisters und gibt mit Renoirs Atelier, persönlichen Gegenständen und Möbeln einen Einblick in das Werk und das Leben des Künstlers. Für die Täter lassen sich die beiden Bilder trotz ihres Millionenwerts kaum zu Geld machen. Bei international bekannten Kunstwerken ist ein Verkauf im seriösen Kunsthandel ausgeschlossen, da sich die Herkunft stets nachvollziehen lässt. |