Positions Berlin startet  |  | Die Positions Berlin Art Fair 2026 hat ihre Hallen geöffnet | |
Die Positions Berlin Art Fair, die einzige Kunstmesse, die in der deutschen Hauptstadt überlebt hat, eröffnet heute im Flughafen Tempelhof. Zur Berlin Art Week stellen dort 86 Galerien aus 20 Ländern ihr Programm vor. Die Berliner Platzhirsche meiden die Veranstaltung zwar immer noch, doch haben sich die Positions mit ihrer dreizehnten Ausgabe fest zu Beginn der Herbstsaison etabliert. In den Hangars 5 und 6 des ehemaligen Flughafens Tempelhof bieten die Aussteller einen Überblick über verschiedene künstlerische Strömungen des 20. Jahrhunderts, wobei der Schwerpunkt auf jungen Positionen liegt. Ein besonderer Länder-Fokus liegt in diesem Jahr auf der Türkei: Aus Istanbul sind die Galerien Ambidexter, Anna Laudel und Sanatorium angereist, die von der Positions eine Einladung und vom Berliner Senat eine finanzielle Unterstützung erhielten. So stellt Ambidexter die im Jahr 2000 geborene Malerin Simla Içeli vor, die in ihren Bildern oft zwischenmenschliche Beziehungen verhandelt und damit traditionelle Strukturen offenlegt, etwa auf ihrem in Pastellfarben gehaltenen Ölgemälde „Girl on Dad’s Shoulders“ aus dem Jahr 2025.
Beim Kunsthandel Draheim aus Eltville klingt mit Karl Schmidt-Rottluffs kantigem Holzschnitt „Haus mit Pappeln“ von 1913 für 6.500 Euro die Moderne, mit Luciano Castellis aus den Grundfarben entwickeltem, überlebensgroßem „Männlichem Akt“ für 21.500 Euro die Berliner Kunstszene der 1980er Jahre an. Die Galerie Carolyn Heinz aus Hamburg macht auf die Bildhauerin Susanne Piotter aufmerksam, für die Beton ein maßgeblicher Bestandteil ihrer Arbeit ist. „Kaum ein anderes Material prägt unsere gebaute Umwelt so nachhaltig“, erklärt Piotter. Damit formt sie Reliefs, Rohrabdrücke, repetitive Muster und modulare Konstruktionen, die an die ungewöhnlichen Architekturen des Brutalismus erinnern, wie das „Artefakt No. 58“ von 2026 (Preis 2.700 EUR). Daneben hängen am Stand die zarten Aquarelle von Astrid Köppe, etwa die grüne Pflanzenstruktur „Z25_261“ von 2025 (Preis 1.200 EUR). Die Galerie Kleindienst ist mit einer Solopräsentation von Nick Horter angereist, der im Jahr 2024 sein Diplom an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig ablegte. In seinen farbgewaltigen Gemälden geht es um eine Verschiebung von Wahrnehmung und Realität, wenn er wie bei „Joey’s Deck“ (Preis 4.900 EUR) oder dem ebenfalls 2026 entstandenen „Baby Dragon“ (Preis 3.400 EUR) serielle geometrische Muster verzerrt, mit figurativen Elementen überlagert und so fantastische Bildwelten kreiert.
Die Positions Berlin Art Fair läuft vom 10. bis zum 13. September im Hangar 5 und 6 des Flughafens Tempelhof. Das Messegelände ist am Donnerstag für die Professional Preview ab 14 Uhr mit einer VIP-Karte und von 18 bis 23 Uhr für alle geöffnet; am Freitag dann von 14 bis 20 Uhr, am Samstag von 11 bis 19 Uhr sowie am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt regulär 25 Euro, ermäßigt 15 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er kostenlos.
|