Picassos letztes Radier-Abenteuer in Darmstadt  |  | Pablo Picasso, Suite 156, Blatt 3 | |
Niemals hat Pablo Picasso so viele Radierungen geschaffen wie in seinen letzten Lebensjahren. Mit großer handwerklicher Fähigkeit und manuellem Geschick nutzte er die unterschiedlichen Techniken wie Aquatinta, Schabkunst, Kaltnadel, Linien- oder Direktätzung. In den Jahren 1970 und 1971 produzierte der 90jährige in zwei Schaffensschüben sowie in einem Nachschlag im März 1972 seine letzte, aus 156 Blättern bestehende Radierfolge. Einzelne Blätter sind mit bis zu neun verschiedenen Druckzuständen erarbeitet. Die „Suite 156“ existiert zudem weltweit in nur drei kompletten Serien. Ein aus der Colección Bancaja stammendes Exemplar wird derzeit im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt gezeigt.
Beim Durchsehen entblättert sich vor dem Betrachter ein nicht enden wollendes Band von Metamorphosen der Kunst. Durchdrungen vom Eros, beherrscht vom Wunsch, das Schöne und das Hässliche, Liebe und Tod, Harmonie und Gewalt zu akzeptieren, sind die in bildliche Darstellungen gebannten Szenen auch ein Spiegelbild aus dem früheren Bilderfundus des Künstlers. Zentral verarbeitet Picassos das Thema Maler und Modell. Dazu gesellen sich Motive aus dem Theater, Zirkus, Stierkampf und den antiken Mythen. Neben der Ausstellung der Radierfolge wird durch Konfrontation mit Radierungen Rembrandts die Möglichkeit eines direkten Vergleichs beider Genies ermöglicht.
Die Ausstellung "Picasso : Eros" ist noch bis zum 7. März 2004 zu besichtigen. Geöffnet ist Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Der Katalog „Picasso Suite 156“ mit 264 Seiten und 240 Abbildungen in Spanisch und Englisch kostet 30 Euro.
Hessisches Landesmuseum Darmstadt
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