Jugendstil in Saarbrücken  |  | Max Laeuger, drei Vasen mit japonistischem Blumendekor, 1905-10 | |
Der Jugendstil, dessen auffälligstes Merkmal Formen waren, die man der Natur entlehnt hatte, entstand am Ende der 1880er Jahre in Europa. Während diese neue Kunstrichtung in Frankreich in Anlehnung an die 1895 in Paris gegründete Galerie de l’Art Nouveau später als „Art Nouveau“ benannt wurde, war in Deutschland die in München herausgegebene Zeitschrift „Die Jugend“ der Namensgeber. Art Nouveau und Jugendstil hatten kein einheitliches Erscheinungsbild, zu sehr prägten persönliche und regionale Varianten die Formensprache. So herrschte in Frankreich das florale Dekor vor, im deutschsprachigen Raum hingegen waren geometrisierende Tendenzen ebenso zu finden wie abstrakt-lineare Ornamentik.
Ab Sonntag widmet sich nun die Moderne Galerie des Saarlandmuseums anhand kunsthandwerklicher Gegenstände aus Frankreich, Deutschland, Böhmen und Österreich dem Jugendstil. Zu sehen sind Glasvasen aus den Lothringer Manufakturen von Emile Gallé oder Désiré Christian, den böhmischen Manufakturen Pallme, „König & Habel“ oder „Lötz Witwe“ oder der Glasfachschule Haida. Keramiken, Zinngeschirre und Schalen und Bestecke nach Entwürfen von Peter Behrens und Henry van de Velde ergänzen die Glaskunst. Der bekannte Jugendstil-Sammler Giorgio Silzer stellte dem Saarland Museum großzügigerweise eine Auswahl seiner Exponate zur Verfügung, die durch Stücke aus den Beständen der Alten Sammlung ergänzt werden. Hier stehen neben weiteren Keramiken und Glasobjekten vor allem Grafiken von Henri de Toulouse-Lautrec und Albert Weisgerber im Mittelpunkt wie Originalausgaben der Zeitschrift „Die Jugend“.
Die Ausstellung „Jugendstil - Angewandte Kunst aus der Sammlung Giorgio Silzer“ ist vom 7. Dezember bis zum 15. Februar 2004 zu sehen. Das Saarland Museum hat Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 22 Uhr geöffnet.
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