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 | Karl Otto Götz feiert seinen 90. Geburtstag  |  | Karl Otto Götz, Retlaw, 1989 | |
Er ist einer der ältesten noch tätigen deutschen Maler: Karl Otto Götz feierte gestern seinen 90. Geburtstag. Geboren wurde der Protagonist deutscher Nachkriegskunst am 22. Februar 1914 in Aachen und besuchte dort zwischen 1932 und 1934 die Kunstgewerbeschule. Neben der Beschäftigung mit seiner Malerei experimentierte er um 1936 trotz eines Verbotes der Nationalsozialisten mit Fotografie und abstraktem Film. Nach dem Krieg war er von 1948 bis 1953 Herausgeber der Zeitschrift „Meta“. 1949 trat er als erster Deutscher der internationalen Künstlergruppe „Cobra“ bei. Nach deren Auflösung gründete er 1952 die Gruppe „Quadriga“ in Frankfurt mit. Seine Malerei war zunächst durch den Surrealismus geprägt. In den späten 1940er Jahren löste sich Götz vollständig von der gegenständlichen Kunst. Seine ersten abstrakten Versuche unternahm er mit Hilfe der Farbabklatschtechnik von Glasscheiben auf Papier.
Unter dem Einfluss von Wols und des französischen Tachismus’ gelangte er in den frühen 1950er Jahren zur informellen Malerei: Die dynamische Handschrift und der Akt des Malens selber wurden zum wichtigsten Element des Gemäldes. Aus dem Automatismus des Unterbewussten heraus verteilt Götz seither mit einem Rakel die Farbe in geschwungen Bögen auf die Leinwand und lässt so seine charakteristischen rhythmischen Gesten entstehen. Mit dieser Malerei verhalf er die deutsche Kunst nach der Erstarrung während der NS-Zeit wieder ins internationale Parkett zu heben. Schon früh erfuhr Götz Anerkennung für seine Leistung, etwa bei der Documenta 2 von 1959. Im selben Jahr erhielt er einen Ruf als Professor an die Kunstakademie Düsseldorf. Hier war er bis 1979 prägend für eine Generation von Studenten wie Gerhard Richter, Sigmar Polke oder Gotthard Graubner. |
23.02.2004 | Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching |  | Zurück | |

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