Karl Otto Götz in Aachen Mit gleich zwei Ausstellungen ehrt Aachen den Maler Karl Otto Götz, der dort am 22. Februar 1914 geboren wurde. Anlässlich seines 90. Geburtstag widmet sich das Suermondt-Ludwig-Museum unter dem Titel „K.O. Götz – Ein Rückblick“ dem gesamten Schaffen von den ersten künstlerischen Äußerungen in den 1930er Jahren bis zu den großen Formaten der Gegenwart. Das Ludwig Forum konzentriert sich dagegen die Arbeiten der Gegenwart. Denn der Altmeister des deutschen Informel hat sich bis ins hohe Alter seine Schaffenskraft bewahren können und neben der Malerei als Zentrum seines künstlerischen Ausdrucks verstärkt auch der Skulptur zugewandt. So vereint die Schau „K.O. Götz – Aktuelle Arbeiten“ neben Lithografien, Gouachen, Zeichnungen und fotografischen Lichtarbeiten auch die großen Keramik-Reliefs und die Serie schwarzer Stahlplastiken.
Karl Otto Götz besuchte von 1932 und 1934 die Kunstgewerbeschule in Aachen. Neben der Beschäftigung mit seiner Malerei experimentierte er um 1936 trotz eines Verbotes der Nationalsozialisten mit Fotografie und abstraktem Film. Nach dem Krieg trat er 1949 als einziger Deutscher der internationalen Künstlergruppe „Cobra“ bei. Nach deren Auflösung gründete er 1952 die Gruppe „Quadriga“ in Frankfurt mit. Seine Malerei war zunächst durch den Surrealismus geprägt. In den späten 1940er Jahren löste sich Götz vollständig von der gegenständlichen Kunst. Unter dem Einfluss von Wols und des französischen Tachismus’ gelangte er in den frühen 1950er Jahren zur informellen Malerei, mit der er internationale Bekanntheit erlangte. Aus dem Automatismus des Unterbewussten heraus verteilt Götz seither mit einem Rakel die Farbe in geschwungen Bögen auf die Leinwand und lässt so seine charakteristischen rhythmischen Gesten entstehen. Schon früh erfuhr Götz Anerkennung für seine Leistung, etwa bei der Documenta 2 von 1959. Im selben Jahr erhielt er einen Ruf als Professor an die Kunstakademie Düsseldorf. Hier war er bis 1979 prägend für eine Generation von Studenten wie Gerhard Richter, Sigmar Polke oder Gotthard Graubner.
Beide Ausstellungen laufen vom 27. März bis zum 30. Mai. Beide Museen haben Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet, das Suermondt-Ludwig-Museum mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr.
Suermondt-Ludwig-Museum
Wilhelmstraße 18
D-52070 Aachen
Telefon: + 49 (0)241 – 479 800
Ludwig Forum für Internationale Kunst
Jülicher Straße 97-109
D-52070 Aachen
Telefon: + 49 (0)241 – 18 07 104 |