Impressionismus und Moderne bei Sotheby’s  |  | Pablo Picasso, Le Sauvetge, 1932 | |
Am Abend nach dem kaum mehr zu überbietenden Auftakt der Whitney-Sammlung in die Prestigeauktionen folgt morgen bei Sotheby’s die reguläre Auktion mit Kunst des Impressionismus und der Klassischen Moderne. Mit 52 Losen bestreitet man in New York die Versteigerung. An erster Stelle ist wieder ein Picasso gesetzt. Mit 10 bis 15 Millionen Dollar weist der Katalog sein Gemälde „Le Sauvetage“ von 1932 aus. Aus Erinnerung an den gemeinsamen Sommeraufenthalt mit seiner Geliebten Marie-Thérèse Walter heraus, den Pablo Picasso 1928 mit ihr am Strand von Dinard verbrachte, entstand die dramatische Szene. Die Rettung einer Ertrinkenden stellt Picasso - nicht ohne erotische Bezüge – mit deformierten Menschen in geometrischen Strukturen dar. Für 40 Jahre war das Gemälde in einer europäischen Privatsammlung beheimatet und als Leihgabe bis 1999 in der Staatsgalerie Stuttgart ausgestellt. Zweithöchst taxiertes Werk ist ein Exemplar der späten Farbräusche von Claude Monet, die auf seinen Seerosenteich in Giverny zurückgehen. Die prächtige Farbstimmung „Le Bassin aux Nymphéas“ in Grün und Blau mit Tupfen von Rot und hellem Orange um 1918 ist mit 9 bis 12 Millionen Dollar angesetzt.
Zwei weitere Werke Picassos, der mit insgesamt acht Arbeiten in der Auktion vertreten ist, mischen sich unter die Millionenwerte. „Nu Accroupi” ist einer seiner kraftvollen, späten Akte aus dem Jahr 1959 (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Seine „Femme assise“ von 1949 ist ebenfalls eine herbe, etwas verquere Schönheit. Von ihr trennt sich das Art Institute von Chicago und erhofft sich 4 bis 6 Millionen Dollar. Kubismus-Kollege Juan Gris steuert das Stillleben „La Console de Marbre“ bei. Es entstand 1914 in der Blütezeit des synthetischen Kubismus. In ihm verbindet Gris die Malerei mit reflektierendem Glas und Papier zu einer kongenialen konstruktiven Collage. Dafür werden dann auch 4,5 bis 6,5 Millionen Dollar erwartet. Noch ganz dem Fauvismus ist Georges Braques „Paysage de l’Estaque“ von 1906 verschrieben (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Süßlich für heutigen Geschmack erscheinen Pierre-Auguste Renoirs „Jeunes Filles aux Lilas“ mit ihren Fliederbüschen (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Dafür entsprechen die abstrakten, Urformen ähnelnde Scherenschnitte von Henri Matisse eher heutigen Vorstellungen. Die heiteren „Les quatre rosaces aux motifs bleus“ spielen dazu noch mit ornamentalem Gepräge (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).
Ein Gruppe von Künstlern aus Deutschland und Österreich ergänzt das Angebot. An erster Stelle ist hier Max Beckmann zu nennen, der in der Auktion mit dem „Liegender Akt in starker Verkürzung“ von 1948 vertreten ist (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen USD). Max Pechstein malte 1910 einen selbstbewussten „Knaben am Sofa“ (Taxe 700.000 bis 900.000 USD) und Lyonel Feininger 1918 das „Normannische Dorf I“ in seinen charakteristischen kristallinen Strukturen (Taxe 700.000 bis 900.000 USD). Günstiger kommen da Heinrich Campendonks kubistische Gouache „Komposition mit zwei Kühen“ von 1913 mit 100.000 bis 150.000 Dollar oder Egon Schieles Gouache über Kohle „Mädchen als Halbakt, sich die Brüste haltend, nach rechts gewandt“ von 1910 mit 300.000 bis 400.000 Dollar. |