Heinrich-Tessenow-Medaille an Gilles Perraudin Die Heinrich-Tessenow-Medaille der Hamburger Alfred Toepfer Stiftung geht in diesem Jahr an den Franzosen Gilles Perraudin für sein Gesamtwerk. Der 1949 geborene Architekt, der in Lyon studierte und an der dortigen Architekturfakultät auch lehrte, hat mit seiner Frau Françoise Jourda bisher vor allem Wohnhäuser und öffentliche Gebäude in Südfrankreich und in Paris geschaffen. In seinen Bauten bezieht er die Faktoren Umgebung, Klima und Geografie einer bestimmten Region mit ein und achtet auf ökologischen Konstanten. Weniger die stilistische Einheitlichkeit steht bei ihm im Vordergrund, sondern das Bemühen, Bauwerke material- und detailgerecht zu planen und zu gestalten. In Deutschland ist er mit Wohnhäusern in Stuttgart, Verkaufsflächen in Hannover oder der Fortbildungsakademie Mont-Cenis in Herne vertreten. Die Auszeichnung wird Perraudin am 9. September im Festspielhaus Hellerau überreicht, dem Hauptwirkungsort des 1876 geborenen Baumeisters Heinrich Tessenow.
Die Tessenow-Medaille zeichnet seit 1963 Persönlichkeiten aus, die herausragende Leistungen in der handwerklichen und industriellen Formgebung, in der Erziehung zu Wohn- und Baukultur erbracht und in ihrem Lebenswerk wegweisend im Sinne Heinrich Tessenows gewirkt haben. Seit 1996 wird der undotierte Preis auf Vorschlag der Heinrich-Tessenow-Gesellschaft am Wirkungsort von Tessenow Dresden-Hellerau verliehen, wo in Gartenstadt und Festspielhaus bedeutende Denkmäler des Architekten stehen. Bisherige Preisträger waren die Architekten Peter Kulka (Köln/Dresden), Sverre Fehn (Oslo), Juan Navarro Baldeweg (Madrid), David Chipperfield (London), Heinz Tesar (Wien), Eduardo Souto de Moura (Porto), Peter Märkli (Zürich) und im vergangenen Jahr an die beiden Finnen Mikko Heikkinen und Markku Komonen.
Der Schweizer Architekturstudent François Esquivié erhält das Heinrich-Tessenow-Stipendium 2004. Das einjährige Stipendium der Toepfer Stiftung, der Tessenow-Gesellschaft und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen dient zur Durchführung eines Arbeitsvorhabens, das in der Regel einen Bezug zum Werk des Heinrich Tessenows, zur Gartenstadt Dresden-Hellerau oder zur Stadt Dresden aufweisen soll. |