Heinz Berggruen holt Picasso-Grafik für Rekordpreis nach Berlin  |  | Pablo Picasso, Le Repas Frugal, 1904 | |
Heinz Berggruen ließ sich am vergangenen Dienstag nicht lumpen. In der Auktion „Old Master and Modern Prints“ bei Christie’s in London wollte er unbedingt Pablo Picassos Radierung „Le Repas Frugal“ haben und zahlte dafür den Spitzenpreis von 550.000 Pfund – mit Aufgeld 621.250 Pfund. Nach Angaben von Christie’s ist das Blatt damit zum einen die teuerste Grafik Picassos und gleichzeitig auch der neue Weltrekord für ein druckgrafisches Werk insgesamt. Damit überbot der deutsche Sammler die untere Schätzung von 300.000 Pfund für Picassos erste Radierung um fast das Doppelte. Das seltene Werk aus der „Blauen Periode“, das Picasso 1904 im Alter von 23 Jahren von der Pariser Boheme schuf, wird in den Bestand des Museum Berggruen in Berlin aufgenommen und dem Publikum vorgestellt.
Die erste Auflage von „Le Repas Frugal“, mit der Picasso seine Reihe „Les Saltimbanques“ mit Darstellungen aus dem Zirkusmilieu eröffnete, ließ der Katalane bei Eugene Delatre drucken. 1913 erwarb der legendäre Kunsthändler Ambroise Vollard die Druckplatten und stellte eine zweite Auflage mit 250 Exemplaren her. Dennoch wird der Druck von 1904 von den Spezialisten bevorzugt. Er ist reicher, die Atmosphäre dichter und erscheint in einem gewissen Sinn individueller. Wie viele Blätter 1905 bei Eugene Delatre entstanden, ist ungewiss. Die Fachliteratur geht von rund 30 Exemplaren aus. |