Sigmar Polke in Zürich  |  | Sigmar Polke, Hermes Trismegistos, 1995 | |
Das Kunsthaus Zürich stellt von morgen an den Alchemisten der Malerei, Sigmar Polke, dem Schweizer Publikum vor. Im Zentrum stehen neue Werke, die der 1941 im schlesischen Oels geborene Künstler teilweise eigens für die Ausstellung angefertigt hat. Als Ergänzung sind Arbeiten aus früheren Schaffensphasen zu sehen wie etwa die großformatige, vierteilige Malerei von 1995, die der mythischen Figur des „Hermes Trismegistos“ gewidmet ist. Die Schau stellt Fotografie und malerisches Werk gleichberechtigt nebeneinander vor. Am zeitlichen Anfang der Ausstellung steht die Bildfolge „Negativwerte“ mit ihrer rätselhaften, dunkeln und violett schimmernden Schönheit, die Polke erstmals 1982 an der Documenta 7 vorstellte.
Polkes Schaffen lässt sich schwer greifen. Chamäleonartig changiert es zwischen Stilen, Themen und Techniken hin und her. Informel, Pop Art und Rasterbilder stehen für sein frühes Schaffen. Seine Experimente mit der Fotografie fließen seit den 1980er Jahren in die malerische Praxis ein, was ihm den Ruf des Alchemisten eingebracht hat. In seinen so genannten Schüttbildern nutzt er chemische Reaktionen aus und gestaltet seine Malerei durch das Eigenleben des Materials. Der Einsatz von Lacken, Pigmenten, von „geladenen“ Stoffen aus der Fotochemie, aber auch von Gold, Silber sowie gifthaltigen Farben oder von kostbaren Mineralien wie Lapislazuli und Malachit zeigt, wie erfindungsreich und weit gefasst die Ambitionen Polkes sind. Die so „eingefrorenen“ Erscheinungen evozieren einerseits Vorstellungen von reiner Malerei, anderseits von reiner Natur und hinterfragen sich gleichzeitig.
Die Ausstellung „Sigmar Polke - Werke & Tage“ läuft vom 8. April bis zum 19. Juni. Das Kunsthaus Zürich hat Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 21 Uhr, Freitag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 14 Franken, ermäßigt 8 Franken. Der Katalog kostet im Museum 65 Franken.
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