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Les baigneurs, 1980/81 / Niki de Saint Phalle

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Das flanierende Paar / Max Stern

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Winterlandschaft, Blick von Hoflößnitz / Theodor Rosenhauer

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Vorschau: Herbstauktion bei Nagel

Auf den Hund gekommen



Bei Nagel in Stuttgart beginnt die Saison mit der traditionellen Kunst- und Antiquitätenauktion. Vom 22. bis 26. September werden Gemälde, Skulpturen und Kunstgewerbe versteigert. Zum Aufruf kommen über 9.000 Lose.


Bei den Gemälden überwiegen Werke süddeutscher Meister. Die Taxen bewegen sich meist im unteren bis mittleren Preissegment. Unter den Altmeistergemälden befindet sich das Triptychon eines oberrheinischen Künstlers aus der Zeit um 1500, das eine Verkündigung mit Heiligen darstellt. Die Szene spielt sich vor einem Goldgrund ab, die Gewänder weisen steife Umrisslinien auf. Somit war der Künstler eher konservativen Strömungen seiner Zeit verpflichtet. Der Flügelaltar wird auf 40.000 Mark taxiert. Den gleichen Schätzwert weist das Früchtestilleben von Felice Boselli auf. Es zeigt Lilien in einem Krug zusammen mit Pfirsichen und Birnen vor einer südländischen Landschaft.

Jakob Grünenwalds „Die Attacke“ von 1866 zeigt den Kampf von Dorfkindern mit einem aufgebrachten Truthahn. Mit seiner anekdotischen Erzählweise ist es ein typisches Werk der deutschen Genremalerei des 19. Jahrhunderts. Der Taxwert beläuft sich auf 60.000 Mark und gehört damit zu den teuersten Objekten der Auktion. Anton Braiths „Eselskarawane“ von 1893 entstand auf einer Sizilienreise. Er verfasste seine Szene inmitten antiker Mauerwerke in südlicher Mittagssonne (Taxe 60.000 DM). Von Carl Spitzweg stammen zwei Werke: „Spielende Kinder am Teich“ und „Liebespaar am Hintersee bei Berchtesgaden“. Letzteres zeigt zwei Liebende, die auf einem Felsen sitzen und sich umarmen. Aufgrund der akademischen Malweise und der dargestellten Mode wird das Bild als ein frühes Werk des Künstlers auf 1835 datiert (Taxe je 60.000 DM). Friedrich von Kellers „Kameltränke bei Betlehem“ (Taxe 40.000 DM) und Otto Pilnys „Verkauf der Sklavinnen in der Wüste“ (Taxe 8.000 DM) zeigen orientalische Sujets. Die Versteigerung letzteren Bildes könnte interessant werden, da bei der letzten Nagel-Auktion ein Werk Pilnys von 15.000 auf 190.000 Mark stieg.

Unter den Möbel-Offerten sticht ein römischer Aufsatzsekretär aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hervor, der auf 120.000 Mark taxiert ist. Der Korpus weist geschwungene Formen auf und wird von ausgestellten Henkelkonsolen eingefasst, die mit feinen floralen Marketeriefeldern kontrastieren. Von diesem Toplos abgesehen, dominieren jedoch in diesem Segment vier- und fünfstellige Preise. So liegt ein Aufsatzschreibschrank, der sich eindeutig als Meisterstück des Bremer Ebenisten Johann Friedrich Eichhoff zuzuordnen lässt, bei 18.000 Mark. Ein früher englischer Schaukelstuhl von circa 1860 besteht aus zierlichen schmiedeeisernen Seitenteilen, die in Voluten auslaufen. Er wirkt auffallend zeitlos und wird auf 10.000 Mark geschätzt.

Beim Porzellan überwiegen die Lose unter 5.000 Mark. Highlight ist ein seltenes Tête-à-Tête von KPM von 1849-1870, das Ansichten von Berlin zeigt. Diese sind auch historisch interessant, da sie teilweise Gebäude wiedergeben, die im Krieg zerstört wurden. Das Gedeck hat einen roséfarbenen Fond und ist flächendeckend mit stilisiertem Goldblattwerk dekoriert. Auf jedem Teil befinden sich zwei Berlinansichten in Kartuschen, die in feiner, polychromer Malweise ausgeführt sind (Taxe 70.000 bis 80.000 DM). Ein Meißner Kaffee-Tee-Service aus der Zeit um 1745 zeigt bäuerliche Szenen und wird auf 25.000 Mark geschätzt. Es gehörte einst den Rothschilds, weshalb der dazugehörige Lederkoffer das Monogramm „E.R.“ unter französischer Freiherrenkrone aufweist. Das Los stammt wie einige andere auch aus dem Nachlass der Kunst- und Antiquitätensammlung eines der Kavaliershäuschen bei Schloss Solitude, Stuttgart.

Aus diesem Nachlass kommt auch die römische Marmorstatue einer vornehmen Patrizierin aus dem ersten Jahrhundert nach Christus mit einem Schätzwert von 25.000 Mark. Der Künstler schuf ein idealisiertes Portrait, indem er ein Vorbild frühhellenistischer Zeit vom sogenannten Pudicitia-Typus benutzte. Bei den Skulpturen und Plastiken liegen die Schätzwerte meist unter 10.000 Mark. So wird die Lebendmaske Johann Wolfgang von Goethes nach Johann Gottfried Schadow auf 1.500 Mark taxiert.

65 Taschenuhrenständer aus der Münchner Sammlung Spindler zeigen unterschiedliche Modelle aus der Zeit von 1800 bis 1850. Die Taxen liegen zwischen 300 und 2.000 Mark. Zum Aufruf kommen auch eine Sammlung alter Mörser aus der Zeit des 15. bis 19. Jahrhunderts, Fayencen aus der Sammlung Schrezheimer sowie eine kleine Segelschiff-Modellsammlung.

Kurios bis kitschig muten die Bulldoggen aus einer französischen Sammlung an, die am Ende des Katalogs platziert sind. Die 240 Lose zeigen den Hund in vielen Variationen, ob in Porzellan, Metall oder auf Papier, ob als Türstopper oder Spazierstockknauf: alles ist möglich. Die Preise reichen von 20 bis 3.600 Mark.

Die Vorbesichtigung findet noch bis zum 20. September von 11 bis 18 Uhr statt, am letzten Tag bis 20 Uhr. Am 22. September kommen Losnummer 1 bis 609 zum Aufruf, unter anderem Silber, Porzellan, Kunstgewerbe des 20. Jahrhunderts und Schmuck. Am 23. September folgen um 9.30 Uhr die Lose 610 bis 1059 mit alter Grafik, Gemälden und Sammlerteppichen und um 14 Uhr die Lose 1060 bis 1729 mit Uhren Skulpturen und Möbeln. Die französischen Bulldoggen werden am 26. September um 17 Uhr als Lose 9000 bis 9242 versteigert.

Nagel Auktionen
Adlerstr. 31-33
70199 Stuttgart

Telefon: +49 (711) 649 69 0
Telefax: +49 (711) 649 69 69

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de

www.auction.de



19.09.2000

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Angelika Fischer

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Veranstaltung vom:


22.09.2000, Alte Kunst, Antiquitäten, Jugendstil, Möbel, Gemälde, Sammlerteppiche

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Nagel Auktionen

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Viel Geld für viel Kunst










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