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Die Erotik der Linie in Weimar

Eine Begegnung der „außergewöhnlichen Art“ versprechen die Staatlichen Museen zu Berlin in der Ausstellung „Pablo PicassoPeter Cornelius: Die Erotik der Linie“, die am Wochenende im Rahmen des Kunstfestes Weimar eröffnet wurde. Das Kupferstichkabinett und die Nationalgalerie zeigen im Neuen Museum in Weimar 31 der ursprünglich 48 monumentalen Kartons, die Cornelius im Auftrag Ludwigs I. von Bayern zwischen 1819 und 1830 für die heute verlorene Freskendekoration der Glyptothek in München schuf, zusammen mit einer Auswahl hochkarätiger Grafiken und Plakate von Picasso aus den Jahrzehnten ab 1920. Die Ausstellung versucht, in der Gegenüberstellung von Cornelius und Picasso die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der formalen wie inhaltlichen Auseinandersetzung herauszuarbeiten. Hierbei entspinnt sich ein Dialog dieser beiden genialen Künstler auf dem Gebiet der Zeichnung, in deren Schaffen die Linie mal klassisch streng und klar, mal weich und zart, dann wieder leidenschaftlich kraftvoll gesetzt, als Grundelement der Kunst in ihrer eigenen Schönheit und Sinnlichkeit erfahrbar wird.

Während bei Cornelius die „edle Einfalt und stille Größe“ als unantastbare Vorbilder klassischer Kunst wirken, tritt Picasso hingegen als ironischer und eigenwilliger Rezipient der großen klassischen Ideale auf. Unter der Regie der beiden Meister durchleben und erleiden Heroen und Götter, Faune, Nymphen und Minotauren die seit der Antike gültigen Topoi des Seins – Leben und Tod, Liebe und Hass, Schöpfung und Zerstörung. Die Begegnung dieser beiden so unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten steht unter dem Motto des diesjährigen Weimarer Kunstfestes, das sich den „Liebesträumen“ widmet.

Die Ausstellung ist bis zum 25. September zu sehen. Das Neue Museum hat Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Schüler zahlen 1,50 Euro.

Neues Museum Weimar
Weimarplatz 5
D-99423 Weimar

Telefon: +49 (0)3643 – 54 61 30
Telefax: +49 (0)3643 – 54 61 01


23.08.2005

Quelle: Kunstmarkt.com/Ivo Rüdiger Schott

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