Duisburg würdigt den Architekten Manfred Lehmbruck Im Rahmen der Ausstellungen zum 100sten Geburtstag des Duisburger Wilhelm Lehmbruck Museums rückt auch das Werkschaffen des Architekten Manfred Lehmbruck in den Blickpunkt. Der mittlere der Söhne des berühmten Bildhauers erblickte 1913 in Paris das Licht der Welt. Nach dem Abitur 1932 konnte Manfred gerade noch in Berlin beim Bauhaus und Mies van der Rohe hospitieren, ehe es 1933 schließen musste. Seine Architekturstudien setzte Manfred Lehmbruck bei Heinrich Tessenow und Hans Poelzig fort. Ebenso studierte er Bildhauerei an der Berliner Kunstakademie bei Wilhelm Gerstel. Als Mitarbeiter von Werner March war Lehmbruck 1935 an der Planung des Reichssportfeldes beteiligt. 1938 beendet er seine Studien mit dem Diplom bei Paul Bonatz in Stuttgart. 1942 promovierte er bei Gotthard Graubner in Hannover. Von 1967 bis zur Emeritierung 1978 arbeitete Manfred Lehmbruck als Professor für Gebäudelehre und Entwerfen an der TU Braunschweig. Er verstarb 1992 in Stuttgart.
Die Voraussetzung für eine maßgebliche Rolle als Architekt in Deutschland schienen bei einer so breit angelegten Ausbildung als ausgesprochen günstig. Doch Lehmbruck blieb als Architekt ein „bekannter Unbekannter“. Neben dem Duisburger Museum für das Werk seines Vaters, das er im direkten Beauftragungsverfahren 1956 bis 1964 samt Erweiterungsbau von 1985 bis 1987 schuf, gehören vor allem das Federsee-Museum in Bad Buchau (1959-1968) und das Kulturzentrum Reuchlinhaus in Pforzheim (1953-1961) zu seinen bekanntesten Arbeiten.
Neben Wohnhäusern, Schulen, und dem Stadtbad Nord in Stuttgart-Feuerbach rückte speziell das großartige Fabrikensemble für die Pausa AG in Mössingen aus den Jahren 1952 bis 1961 in den letzten Jahren in die öffentliche Diskussion. Die international renommierte Firma für Dekorationsstoffe, die 2004 endgültig die Produktion einstellen musste, kooperierte mit bedeutenden Künstlern wie HAP Grieshaber und Willi Baumeister. Die mittlerweile leerstehende, aber denkmalgeschützte Gebäudegruppe zählt zu den herausragenden deutschen Industriebauten zu Zeiten des Wirtschaftswunders. Das Ensemble demonstriert noch heute eindrucksvoll den hohen künstlerischen Anspruch der Firma.
Die vormals auf dem Stuttgarter Weißenhof gezeigte Architekturausstellung „Manfred Lehmbruck (1913-1992). Architektur um 1960“ wird in Duisburg um Fotografien erweitert, die die Funktions- und Nutzungsänderungen von Räumen des Wilhelm Lehmbruck Museums dokumentieren. Sie ist noch bis zum 29. Januar 2006 zu besichtigen. Geöffnet ist dienstags bis samstags 11 bis 17 Uhr, sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 4, ermäßigt 2 Euro. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der zum Preis von 24 Euro im Museumsshop erhältlich ist.
Wilhelm Lehmbruck Museum
Friedrich-Wilhelm-Straße 40
D-47051 Duisburg
Telefon: +49 (0)203 - 283 26 30
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