Das Archiv Gerhard Richters kommt nach Dresden Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erhalten das künstlerische Archiv Gerhard Richters. Damit wird die Heimatstadt des deutschen Malerfürsten zur Forschungsstätte über sein Werk. Richter und die Staatlichen Kunstsammlungen wollen beim Aufbau eng zusammen arbeiten. Es soll in gleicher Weise die Aufgaben eines Archivs und einer Forschungseinrichtung erfüllen wie auch Ansprechpartner für Kunsthistoriker, Studenten, Museen, Verlage, Galerien, Auktionshäuser und alle an dem Werk von Gerhard Richter Interessierten sein. Das Archiv sammelt alle relevanten Bücher, Kataloge, Bilddokumente, Zeitschriften- und Zeitungsberichte über den Künstler sowie zum Kontext seines Werkes. Darüber hinaus wird das Archiv zahlreiche unpublizierte Dokumente und Materialien aus dem Atelier Richters verwahren und der Forschung zugänglich machen. Eines der wichtigen Projekte wird die Arbeit am bereits begonnen Catalogue Raisonné der Bilder und Plastiken von Gerhard Richter sein, der ab 2009 in mehreren Bänden erscheinen soll. Außerdem wird es eigene Forschungsaufträge vergeben und Ausstellungen organisieren.
Geleitet wird das Archiv von Dietmar Elger. Der 1958 in Hannover geborene Kunsthistoriker hat von 1978 bis 1984 an der Universität Hamburg studiert. Er war von 1984 bis 1985 Sekretär im Atelier von Gerhard Richter und anschließend als Kustos am Museum am Ostwall, Dortmund. Seit 1989 ist er am Sprengel Museum in Hannover tätig, wo er unter anderem Ausstellungen zu Richard Tuttle, Stephan Balkenhol, Félix González-Torres, Donald Judd und Andy Warhol organisierte. Elger hat das Werkverzeichnis der Bilder und Plastiken von Gerhard Richter bearbeitet, 1998 die Ausstellung „Gerhard Richter. Landschaften“ organisiert, 2001 das Buch „Gerhard Richter. Firenze“ publiziert und ist 2002 als Autor der Biographie „Gerhard Richter, Maler“ hervorgetreten.
Mit einem Symposium am 7. und 8. Dezember in der Galerie Neue Meister beschließen die Staatlichen Kunstsammlungen ihr Programm, mit dem sie seit dem Frühjahr die Ausstellung des Terrorismuszyklus’ „18. Oktober 1977“ von Gerhard Richter begleitet haben. Zum Thema „Blick zurück im Zweifel: Reflektionen auf Gerhard Richters Gedächtnisbilder zum ‚18. Oktober 1977’“ kommen dazu im Albertinum namhafte Persönlichkeiten aus den Fachgebieten Kunstgeschichte, -theorie und -kritik mit Vertretern des Filmschaffens bzw. Bildenden Kunst zusammen, um sich insbesondere der noch bis 2. Januar 2006 im Albertinum zu erlebenden Werkgruppe Richters, aber auch seiner Person, von unterschiedlichen Fragestellungen und Sichtweisen anzunähern.
Das Gerhard Richter Archiv ist vorläufig wie folgt schriftlich zu erreichen:
Gerhard Richter Archiv
c/o Generaldirektion der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Taschenberg 2
D-01067 Dresden |