Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Das flanierende Paar / Max Stern

Das flanierende Paar / Max Stern
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Winterlandschaft, Blick von Hoflößnitz / Theodor Rosenhauer

Winterlandschaft, Blick von Hoflößnitz / Theodor Rosenhauer
© Döbele Kunst Mannheim


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse Nagel: Antiquitäten, Kunsthandwerk und Jugendstil

Afrikanische Vorlieben



Nikolaus Gysis,  Bildnis eines Orientalen

Nikolaus Gysis, Bildnis eines Orientalen

Mit einer Zuschlagsquote von 70 Prozent beziehungsweise knapp 53 Prozent abzüglich der unter Vorbehalt zugeschlagenen Lose endete am 8. und 9. Dezember die letzte Auktion dieses Jahres bei Nagel. Das Stuttgarter Auktionshaus gab sich erfreut, dass trotz der vergleichsweise durchschnittlich bestückten Dezember-Offerte ein Umsatz von brutto 2,06 Millionen Euro erzielt werden konnte. Von den insgesamt auf zwei Kataloge verteilten 1000 Losen erwies sich interessanterweise ein Ölgemälde von Nikolaus Gysis als Spitzenreiter. Die bei Nagel für 5.000 Euro angebotene Arbeit „Bildnis eines Orientalen“ entstand vermutlich unter dem Eindruck einer Reise, die Gysis mit seinem Freund und Kollegen Nikephoros Lytras 1873 durch Kleinasien unternahm. Dort erschloss er sich einen neuen Themenkreis, der Stoffe aus dem griechischen und orientalischen Volksleben in den Vordergrund treten ließ. Fernab des sehr niedrig angesetzten Schätzpreises wurde dieses Bildnis durch mehrere Gebote von Gysis’ Landsleuten und internationaler Händler für stolze 95.000 Euro einem Kunsthändler zugesprochen.



„Die Aldobrandinische Hochzeit“ ist der Titel der um 1800 entstandenen Gouache, die nach einem 1606 in Rom entdeckten Wandgemälde entstanden ist und den Namen seines ersten Besitzers, Kardinal Aldobrandini, trägt. Gerahmt von einer Bordüre mit Grotesken und Eulen sowie zwölf Medaillons mit Darstellungen von Göttern und Heroen, zeigt das Bild eine antike Hochzeitsgesellschaft, deren Motiv auf die kurz zuvor entdeckten antiken Räume in Pompeji und Herculaneum zurückgeht. Solche Gouachen, die auch auf Entwürfen von Raffael und dessen Schülern basieren, wurden vor allem von Nordeuropäern geschätzt und auf ihren „Grand Tours“ gekauft. Die Arbeit, die auch an den Pinselstrich Michelangelo Maestris erinnert und mit 6.000 Euro angeboten wurde, konnte für 9.500 Euro losgeschlagen werden.

Eine beachtliche Steigerung erfuhr auch das auf 1850 datierte Porträt des Barons Johann Wilhelm von Müller, der zusammen mit seinem farbigen Burschen in stolzer Haltung vor seinem Zelt Stellung bezogen hat. Diese von Franz Seraph Stirnbrand festgehaltene Szene spielte 32.000 Euro ein (Taxe 5.800 EUR). Noch respektabler war der Höhenflug einer „Flusslandschaft mit grasender Schafherde“. Dieses ursprünglich auf 2.600 Euro geschätzte und Luigi Chialiva zugeordnete Ölgemälde verzückte die anwesenden und per Telefon bietenden Interessenten zu eifrigen Bietgefechten, so dass schlussendlich der Zuschlag bei 35.000 Euro erfolgte. Von Alexander Koester stammte die Leinwand „Ruhende Enten“, die einem Sammler immerhin 27.000 Euro entlockte, obgleich davon ausgegangen werden kann, dass sich Nagel auf Grund des nicht angegebenen Schätzpreises einen höheren Ertrag erhofft hatte.

Tito Ettore wird die in Öl gemalte „Szenerie in Venedig“ zugeordnet, die ihre Taxe von 15.000 Euro mehr als verdreifachen konnte und nun wieder in Italien beheimatet ist. Einem romantisch-melancholischen Sammler war nämlich die pittoreske Darstellung einer jungen Frau, die in einer Gondel sitzt und zum Abschied mit ihrem Taschentuch winkt, satte 46.000 Euro wert. In der Sparte „Alte Meister“ belegte die „Anbetung der Könige“, die Cornelis de Baellieur d.Ä. zugeordnet wird, mit 5.500 Euro nur einen Platz unter Vorbehalt (Taxe 6.500 EUR), wie auch die beiden Tafeln mit je drei tanzenden Grazien in einer Waldlandschaft von Christian Wilhelm Ernst Dietrich mit 14.000 Euro (Taxe 18.000 EUR). Dafür verbesserte sich die felsige Flusslandschaft mit Fischern und einer alten Hütte, die Claes Molenaer zugeschrieben wird, von 3.600 Euro auf 4.000 Euro.

Die als Spezialauktion angekündigte Versteigerung „Kunsthandwerk und Jugendstil“ begann mit der Sparte „Porzellan“. Zwei russische Prunkvasen in schlanker Amphorenform und Landschaften mit Reitern um 1820 sollten hier mit anvisierten 20.000 Euro ein Highlight sein. Mit einem Zuschlag von 13.000 Euro unter Vorbehalt konnten sich die Erwartungen des Stuttgarter Auktionshauses jedoch nicht erfüllen. Vervielfacht wiederum hat sich ein weiß glasierter Proskauer Deckelhumpen mit der Darstellung eines Klarinettenspielers aus der Zeit um 1810, der von geschätzten 750 Euro auf 6.500 Euro kletterte. Ebenfalls aus Proskau stammt das um 1785 gefertigte Fayencenpaar Rebhühner, das als Deckelterrinen einen Sammler davon überzeugte, zur Verfeinerung der Tischkultur 5.000 Euro zu berappen (Taxe 400 EUR).

Die Abteilung „Alte Uhren“ glänzte mit zwei zum Schätzpreis von jeweils 8.000 Euro angebotenen Directoire-Pendulen, die in Paris um 1800 nach einem Entwurf von Jean-Simon Deverberie gefertigt wurden. Deverberie war einer der talentiertesten und hoch dotiertesten Bronziers seiner Zeit. Die Entwürfe für die Pendule Amerika und das Pendant Afrika stammen aus dem Jahr 1795 und waren der Auftakt einer ganzen Serie besonderer Uhren. Dies zeigt sich auch heute noch, war doch die auf der Uhr sitzende, Amerika symbolisierende schwarze Jägerin mit einem nahezu identischen Gegenstück auch bei Koller in Zürich im Angebot. Dort erbrachte die Schweizer Pendule trotz nicht vorhandener Palme immer noch 30.000 Franken, während bei Nagel die Pendule „L’ Amérique“ beneidenswerte 30.000 Euro einspielte und ihr afrikanisches Gegenstück immerhin noch respektable 25.000 Euro erbrachte.

Im Vergleich zur günstigen Erwartung schnitt eine venezianische Rokoko-Kommode mit chinoisem Lackdekor, auf dessen roten Grund sich ausgelassen, viele kleine Chinesen in Parklandschaften tummeln, hervorragend ab. Angesetzt mit 6.000 Euro, wurde sie bei 20.000 Euro verkauft. Auf das Doppelte der Taxe von 8.000 Euro kam ein deutscher, klassizistischer Musikschrank um 1800 mit bekrönender Uhr, der auf seinen 31 Pfeifen Musik erklingen lässt. Ein typischer barocker Tabernakelsekretär aus Österreich oder Böhmen stieg von 3.500 Euro auf 10.000 Euro. Diesen Zuschlag erkämpfte sich auch eine kleine, zweischübige Louis XV.-Kommode mit Blumenmarketerie und vergoldeten Bronzebeschlägen (Taxe 6.000 EUR). Das dreieinhalb Meter breite Empire-Sofa aus Norddeutschland um 1800/10 muss vom neuen Besitzer nun gut genutzt werden. Kostete es doch 10.000 Euro (Taxe 9.000 EUR).

Beim Glas reüssierten die neun Hinterglasbilder von Nikolaus Michael Spengler mit Eremitendarstellungen zum Schätzpreis von 10.000 Euro. An die Spitze der Vitrinenobjekte setzte sich ein in St. Petersburg zwischen 1908 und 1917 hergestelltes silbernes Zigarettenetui, überzogen mit grasgrünem transluzidem Email, bei 4.600 Euro (Taxe 800 EUR). In der Sparte Silber fiel als Highlight ein seltener Pokal mit hebräischen Inschriften auf, der einem Bieter die solide Steigerung von angesetzten 750 Euro auf 16.000 Euro wert war. Ein letztes bedeutendes Glanzlicht war die thronende französische Madonna aus dem 12. Jahrhundert. Die schlichte romanische, aber eindringliche Gestalt ohne Arme wurde von einer Taxe von 6.000 Euro auf solide 50.000 Euro hochgepuscht.

Alle Zuschläge verstehen sich ohne Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



17.12.2005

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ivo Rüdiger Schott

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


08.12.2005, Kunst, Antiquitäten, Möbel

Bei:


Nagel Auktionen

Kunstwerk:

Franz Seraph Stirnbrand, Baron Johann Wilhelm von Müller, 1850
Franz Seraph Stirnbrand, Baron Johann Wilhelm von Müller, 1850

Kunstwerk:

Nikolaus Michael Spengler, Eremitendarstellungen, 1720er Jahre
Nikolaus Michael Spengler, Eremitendarstellungen, 1720er Jahre

Kunstwerk:

Jean-Simon Deverberie, Pendule „L’Amérique, um 1800
Jean-Simon Deverberie, Pendule „L’Amérique, um 1800

Kunstwerk:

Kommode, Venetien, 18. Jahrhundert
Kommode, Venetien, 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

Die Aldobrandinische Hochzeit, Italien, um 1800
Die Aldobrandinische Hochzeit, Italien, um 1800

Kunstwerk:

Nikolaus Gysis, Bildnis eines Orientalen
Nikolaus Gysis, Bildnis eines Orientalen

Kunstwerk:

Luigi Chialiva zugeschrieben, Flusslandschaft mit grasender
 Schafherde
Luigi Chialiva zugeschrieben, Flusslandschaft mit grasender Schafherde







Jean-Simon Deverberie,  Pendule „L’Amérique, um 1800

Jean-Simon Deverberie, Pendule „L’Amérique, um 1800

Taxe: 8.000,- EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 852

Franz Seraph Stirnbrand,  Baron Johann Wilhelm von Müller, 1850

Franz Seraph Stirnbrand, Baron Johann Wilhelm von Müller, 1850

Taxe: 5.800,- EURO

Zuschlag: 32.000,- EURO

Losnummer: 174

Die Aldobrandinische Hochzeit, Italien, um 1800

Die Aldobrandinische Hochzeit, Italien, um 1800

Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 9.500,- EURO

Losnummer: 1

 Venetien, Kommode, 18. Jahrhundert

Venetien, Kommode, 18. Jahrhundert

Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 990

Luigi Chialiva, Luigi Chialiva zugeschrieben, Flusslandschaft mit grasender Schafherde

Luigi Chialiva, Luigi Chialiva zugeschrieben, Flusslandschaft mit grasender Schafherde

Taxe: 2.600,- EURO

Zuschlag: 35.000,- EURO

Losnummer: 194

Nikolaus Michael Spengler,  Eremitendarstellungen, 1720er Jahre

Nikolaus Michael Spengler, Eremitendarstellungen, 1720er Jahre

Taxe: 10.000,- EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 520




Copyright © '99-'2026
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce