Augsburger Schaezlerpalais vor der Wiedereröffnung  |  | Festsaal im Augsburger Schaezlerpalais | |
Mit einem Festakt wird heute Abend das Schaezlerpalais in Augsburg nach zweijähriger Renovierung wiedereröffnet. Ab morgen präsentiert es sich dann der Öffentlichkeit in neuem Glanz. Der Bankier Benedikt Adam Liebert von Liebenhofen erwarb 1764 den Vorgängerbau und ließ das Palais an der Maximiliansstraße von 1765 bis 1770 nach Plänen des Münchner Hofbaumeisters Karl Albert von Lespilliez entsprechend der Vorschriften von dem Augsburger Maurermeister Johann Gottfried Stumpe ausführen. Mit den berühmten Deckengemälden im frisch restaurierten Festsaal und im Treppenhaus von Gregorio Guglielmi und den reichen Stuckarbeiten der Gebrüder Feichtmayr zählt das Schaezlerpalais zu den wichtigsten Rokokobauten Deutschlands. Die Kosten für die Renovierung beliefen sich auf rund 5,7 Millionen Euro.
Das Gebäude blieb bis 1958 in Familienbesitz. Damals schenkte Wolfgang Freiherr von Schaezler (1880-1967) mit seiner Frau Hilda das Palais zur Erinnerung an seine im Zweiten Weltkrieg gefallenen Söhne Lorenz und Dietrich der Stadt mit der Auflage, es niemals zu verkaufen und nur für kulturelle Zwecke zu nutzen. Heute beherbergt das prunkvolle Haus die Deutsche Barockgalerie mit Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts und einem Schwerpunkt auf Werken der in Augsburg tätigen Barockmaler, darunter Johann Georg Bergmüller, Matthäus Günther, Joseph Heintz, Johann Evangelist Holzer oder Johann Heinrich Schönfeld.
Auch die Sammlung des Münchner Kunsthändlers Karl Haberstock mit Gemälden der venezianischen Maler Giovanni Antonio Canal und Paolo Veronese ist hier untergebracht, ebenso wie die Staatsgalerie, die sich auf Kunstwerke aus Augsburger Kirchen und die schwäbische Kunst um 1500 konzentriert. Die neu gestaltete zweite Etage bleibt in Zukunft den Sonderausstellungen vorbehalten. Sie wird mit der Ausstellung „Alte Meister in der Sammlung Würth“ eingeweiht, die ab morgen 90 herausragende Gemälden früher Deutscher und Schweizer Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts, darunter Arbeiten des Badener Nelkenmeisters, des Meisters von Meßkirch, von Lucas Cranach d.Ä., Hans Holbein d.Ä. oder Hans Schäufelein und Barthel Beham, zeigt.
Die Ausstellung „Alte Meister in der Sammlung Würth - Der ehemals Fürstlich Fürstenbergische Bilderschatz“ läuft vom 4. Februar bis zum 30. April. Das Schaezlerpalais hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5,50 Euro.
Schaezlerpalais
Maximilianstraße 46
D-86150 Augsburg
Telefon: +49 (0)821 - 324 41 17
Telefax: +49 (0)821 - 324 41 05 |