Rubenspreis an Sigmar Polke  |  | Benjamin Katz, Sigmar Polke, Köln 1995 | |
Der elfte Rubenspreis der Stadt Siegen geht an Sigmar Polke. Die fünfköpfige Jury, der Beatrice von Bismarck, Dozentin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, Jacqueline Burckhardt, Mitherausgeberin und Redakteurin der Kunstzeitschrift Parkett, Christoph Heinrich, künstlerischer Leiter der Galerie der Gegenwart an der Kunsthalle Hamburg, der Berliner Künstler Johannes Kahrs und Eva Schmidt, künstlerische Leiterin des Museums für Gegenwartskunst Siegen, angehörten, einigte sich auf den in Köln lebenden Maler. In ihrer Begründung heißt es: „Als der große ‚Alchimist‘, wie ihn Jürgen Hohmeyer in einer Besprechung der Berliner Zeitgeist-Ausstellung genannt hat, geht Sigmar Polke in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts ein. Er ist ein unersättlicher Experimentator und dabei immer ein hundertprozentiger Maler, der sich ständig neue Mittel und Verfahren zunutze macht, und in dessen Werk Planung, Intuition und (gelenkter) Zufall immer wieder aufs Neue zusammenfinden.“
Der 1955 aufgelegte Rubenspreis erinnert an den in Siegen geborenen Barockmaler Peter Paul Rubens. Er wird alle fünf Jahre einem Maler oder einem Grafiker zugesprochen, der sich im europäischen Kunstschaffen durch ein wegweisendes künstlerisches Lebenswerk ausgewiesen haben. Vor Sigmar Polke wurden Hans Hartung (1957/1958), Giorgio Morandi (1962), Francis Bacon (1967), Antoni Tàpies (1972), Fritz Winter (1977), Emil Schumacher (1982), Cy Twombly (1987), Rupprecht Geiger (1992), Lucian Freud (1997) und als erste Frau Maria Lassnig im Jahr 2002 mit dem Rubenspreis geehrt. Dem 1941 geborenen Polke wird die mit 5.200 Euro dotierte Auszeichnung im Sommer 2007 überreicht, gemeinsam mit einer Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst. |