
Die Architektur-Studien des chinesischen Kuenstlers Cui Guotai (geb. 1964 in Shenyang, Provinz Liaoning, China) behandeln thematisch den Niedergang der chinesischen Stahlindustrie, des unaufhaltsamen baulichen Verfalls. Als Mahnmale der Planwirtschaft und eines unbedingten Fortschrittsglaubens zeugen die Bauten und technischen Anlagen von Shenyang, dem einstigen Zentrum der chinesischen Schwerindustrie, heute vor allem von menschenverachtenden Arbeitsbedingungen, aber auch von der Vergaenglichkeit des Seins und von der Vergeblichkeit materieller Gluecksversprechungen. Guotais Bilder fuehren uns diesen Zerstoerungsprozeß als Teil eines historisch zwangslaeufigen Kreislaufs vor Augen und entwickeln dabei eine sehr spezifische Spannung. Seine Kompositionen werden von einer Praezision des Bildaufbaus bestimmt. Dabei wird immer wieder auch ein Element der Unsicherheit, der Bedrohung spuerbar: Jeden Moment koennte das fragile Gleichgewicht dieser Konstruktionen zusammenbrechen und den Betrachter gleichsam unter sich begraben.
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