Margret Eicher arbeitet mit einem unüberschaubaren Material von Bildvorlagen. Dabei läßt sie sich von Motiven aus der Kunstgeschichte bis zum aktuellen Tagesgeschehen, aber auch von Lifestylemagazinen, der Werbung und vielen weiteren Kommunikationsmedien wie Zeitungen, Büchern, Internet inspirieren. Mit ironischem Blick zitiert und kombiniert sie diese und stellt mit ihren Neuinszenierungen vielfältige Bezüge
zu Vergangenheit und Gegenwart her.
Margret Eicher nutzt die Idee des einstigen Wandbehangs, um eine neue Kunstform zu etablieren. So ist der Besucher durch die Oberfläche der Kunstwerke verführt, doch bei genauerer Betrachtung eröffnet sie ihm eine kritische Sicht auf unsere Informationsgesellschaft sowie den Umgang mit Bildmedien generell.
Die Schau nothing is real knüpft konzeptuell an ihre Ausstellungen Gefälschte Gobelins (2004) und Freche Kopie! (2003) an, doch ist sie um ein Genre (digital erstellte „Aquarelle“) erweitert. Mit den verschiedenen Präsentationsformen wie Gobelin, Gemälde oder Aquarell ist es der Künstlerin möglich, deren jeweilige Konnotationen in ihre Bildaussage einzubeziehen. Mit dieser Verfahrensweise werden Wahrnehmungsgewohnheiten und Zuordnungen hinterfragt. beispielsweise Machtinszenierungen in der alltäglichen Bildsprache (Tapisserien) oder die Behauptung der Augenzeugenschaft in der journalistischen Fotografie (Aquarelle).