
Gretel Haas-Gerber gehört zu jener Künstlergeneration, die zwischen die Zeiten geriet. Das Frühwerk entfaltet sich nach dem Studium in den 1920er Jahren in Karlsruhe und München zwischen der Neuen Sachlichkeit und expressivem Realismus. Mit einfühlendem Blick befasst sich die Künstlerin mit jenen Menschen, die im Schatten der glanzvollen 20er Jahre leben. In der Abgeschiedenheit auf dem Land fand sie, wie viele Künstler ihrer Generation, Motive des einfachen Lebens, die sie in einer reduzierten, starken Formensprache einfing. Bereits 1933 wurde ihre Kunst als „entartet“ eingestuft und für die Künstlerin begann erst Ende der 60er Jahre mit einem erneuten Studium eine zweite künstlerische Schaffensphase, in der ein beeindruckendes Spätwerk entstand.
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