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Joseph M. Olbrich,  Salonflügel, Darmstadt 1901

Joseph M. Olbrich,  Salonflügel, Darmstadt 1901

Vierkantspitzbeine auf Rollen, achtseitig umbrochene Form, der Deckel mit ornamentalem, flügelartigem Scharnierbeschlag, in zwei Richtungen zu öffnen. Ausführung: Carl Mand, Koblenz (Fabrikations-Nr. nicht mehr einsehbar). Holz, schwarze Schellackpolitur, Fadeneinlagen aus Messing, ornamentale, medaillonförmige Einlegearbeiten aus gefärbten Furnierhölzern, originale Elfenbeinklaviatur, Zierbeschläge aus Messing, gusseiserne Platte mit bewegtem Floraldekor in Relief, mit Goldbronze lackiert, Stellschrauben in Rosettenform. Vorsatzbrett bez.: MAND-OLBRICH; innen Prämienverzeichnis des Herstellers u. Monogramm MO für 'Mand-Olbrich' (Relief). Alter Klebezettel u. a. bez.: Otto Guckel, Werkstätte für Klavierbau, Offenbach. H.102 cm; 151 x ca. 187 cm.

Zustand
Das Instrument ist vollwertig spielbar u. wurde 2008 fachmännisch restauriert; Stimmbügel, Stimmwirbel, Filze u. Saiten erneuert, originaler Resonanzboden mit Ausbesserungen, auf Kammerton gestimmt.

Losnummer: 1063


Der "Mand-Olbrich"-Flügel existiert in verschiedenen Ausführungen und Varianten. Der "Mand-Olbrich-Flügel I", nicht mehr im Original überliefert, war ein aufwändiger Entwurf mit 'blauem Gehäuse' u. kostbaren, gefärbten Einlegearbeiten aus Elfenbein. Es handelte sich hier um einen gemeinschaftlichen Entwurf des Architekten J. M. Olbrich, der die künstlerische Gestaltung des Corpus lieferte, für die Mechanik und Form des Klangkörpers war die 1835 gegr. Pianofortefabrik von Carl Mand in Koblenz verantwortlich. Der Flügel wurde erstmals auf der Künstlerkolonie-Ausstellung 1901 in Darmstadt gezeigt. Ein Exemplar besaß der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein. Der hier angebotene „Mand-Olbrich-Flügel II“ war eine vereinfachte Version des vorangehenden Modells, welches nur in einer kleinen Serie (in Varianten) nach Entwurf von J. M. Olbrich in Zusammenarbeit mit der Firma Carl Mand in Koblenz ausgeführt wurde. Insgesamt sind bisher sechs Exemplare überliefert: ein Flügel, in Hellgrau mit roten Intarsien beschrieben, war bei der ersten Ausstellung der Darmstädter Künstler-Kolonie "Ein Dokument Deutscher Kunst 1901" in der Halle des Hauses Christiansen ausgestellt. In der Sammlung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt befindet sich ein vermutlich weitgehend in der Ornamentik mit dem vorliegenden Exemplar identischer Flügel von 1905 mit der Fabrikations-Nr. 16676; ein in den Maßen identischer Flügel aus Mahagoni mit zugehörigem Musikzimmer befindet sich in Darmstädter Privatbesitz. In der Sammlung Museum Künstlerkolonie Darmstadt befindet sich ein Flügel mit der Fabrikations-Nr. 16860 (um 1901, hier mit abweichenden Ornamenteinlagen), sowie ein weiterer "Mand-Olbrich-Flügel" einfacherer Ausführung. Ein weiterer "Mand-Olbrich-Flügel" aus Mahagoni mit farbigen Intarsien befindet sich in der Sammlung des Musikinstrumentenmuseums Berlin (Fabrikations-Nr. 12507). Im Bestand der Kunstbibliothek Berlin befinden sich Tuschezeichnungen mit Aufriss bzw. Ansichten des "Mand-Olbrich-Flügels I" von 1900. Der österreichische Architekt und Entwerfer für Kunstgewerbe Joseph Maria Olbrich war ein Hauptvertreter sowohl des Wiener Sezessionsstils als auch des deutschen Jugendstils. Er war Schüler von Karl Freiherr von Hasenauer und Otto Wagner an der Wiener Akademie und gehörte 1898 zu den Gründern der Wiener Sezession. 1899 wurde er vom Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein an die Darmstädter Künstlerkolonie berufen, wo er seinen Stil weiter entwickelte. Dort entwarf er zahlreiche Bauten, sowie Möbel, Keramik, Metallarbeiten, Schmuck, Textilien, Glas, Plakate und Buchillustrationen. Seine immense Wirkung auf das gesamte moderne Kunstgewerbe in den Jahren nach 1900 blieb nicht auf Fabrikanten und Künstler in Darmstadt und Hessen begrenzt.

Literatur
Bestands-Kat. des Hessischen Landesmuseums Darmstadt: Jugendstil, Kunst um 1900, bearb. von C. B. Heller, Darmstadt 1982, S. 248, Nr. 325 (Ausführung 1905); Ausst. Kat. Joseph M. Olbrich, 1867-1983, Mathildenhöhe Darmstadt 1983, S. 313-323, bes. Nr. 361 mit Abb.; Kat. Museum Künstlerkolonie Darmstadt, Hrsg. Institut Mathildenhöhe Darmstadt, bearb. v. Renate Ulmer, Darmstadt [1990], S. 190, Nr. 292.


Veranstaltungshinweise:

Am 21.04.2009 Auktion 50: Jubiläumsauktion. Ausgewählte Werke. Freie und Angewandte Kunst - Design


Schätzpreis: 100.000,-  EURO

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