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|  | Friedensreich Hundertwasser |  | Friedensreich Hundertwasser
(Wien 1928 -2000 vor Brisbane/Australien)
"Komm und geh mit mir spazieren - Zwiegespräch"
Mischtechnik auf Karton (Öl, Farbstift, Aquarell, Ei, Quarzsand-Polyvinyl-Grund auf Karton mit Aluminium)
51 x 73 cm
Signiert, datiert und nummeriert links unten: Friedensreich 1970 München 695 (Werknummer)
Rückseitig datiert, betitelt und beschriftet: 1970 30. April bei poppe mit Quarzsand + Polivenil grundiert / 2. Mai Gasthof zum Bahnhof in Greding (Bayern) begonnen / Komm geh mit mir spazieren "Doubletalk" / Hundertwasser, München, 1970 im Mai / … / attention: Whenever this painting changes hands the author Mr. Hundertwasser must be informed of the name and the address of the new proprietor, Hundertwasser Giudecca 43 Venezia
Ausstellungen: 1975: Musée de L'Etat Luxembourg, Luxembourg; Musée Cantini, Marseille (Etikett rückseitig); 1976: The Tel Aviv Museum; Stichting Veranneman Fondation, Kruishouten, Belgien (Etikett rückseitig); 1980: Museum Ludwig, Köln
Literatur: Ausstellungskatalog, Hundertwasser Friedensreich Regentag, Musée de L'Etat Luxembourg, 1975, S. 270, m.Abb. S. 271; Ausstellungskatalog, Hundertwasser Friedensreich Regentag, Museum Ludwig Köln, Dez 1980 - Feb. 1981, S. 276, Abb. S.277; Fürst, Andrea Christa: Hundertwasser 1928-2000, Werkverzeichnis, Vol II., Köln, 2002, Wkvznr. 695, Abb. S. 547
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| Losnummer: 210
"Hundertwasser ist ein Außenseiter, eine singuläre Erscheinung, keine Kunstakademie hat ihn lange halten können, weder als Lernenden noch als Lehrenden. Er hat sich seine eigene kindhafte Welt bewahrt, aber in der Handhabung seiner künstlerischen Mittel steht er auf der Höhe der Zeit; auch aus Stilrichtungen, die er ganz und gar ablehnt, wie dem Tachismus, vermochte er Anregungen zu gewinnen. Wie der Zöllner Rousseau wußte er die Naivität des Herzens mit dem äußersten Raffinement künstlerischen Ausdrucks zu verbinden. So blieb er naiv, wo andere abgebrüht sind und wurde raffiniert, wo andere simpel blieben.
Er wurzelt in der österreichischen Tradition, in der Fülle eines wuchernden Barock, im ornamentalen Reichtum des Jugendstils, einer Kunst, die immer auf Lebendiges und damit auf die Dimension der Zeit bezogen blieb. Am Jugendstil waren es die stilisierten Wellen, die langen sensitiven Schwingungen, deren Ende nicht abzusehen ist, die sein Auge für immer fesselten, und ihr Ursprung in vielfältigen Bildern des Wachstums, in Algen, Lianen, Schilfhalmen, Schlingpflanzen, Wasserrosen, Wunderblumen, die ihn berührten. Von diesen Vorstellungen wie von Klimtschen Kompositionsgesetzen ausgehend, hat er sich im Laufe der Jahre eine eigene Sprache entwickelt, hat bestimmte, nur ihm gehörende Formen gefunden, seine eigene Welt auszusagen. Zu diesen Formen gehören die vegetative Spirale, die Spiral-Kugelbäume, die Rundköpfe, die übereinander angeordneten Spindel-Augen, die Spiralbrillen, blaue Nasenflüsse, Zahn-Zäune, Gras-Bärte, die gelben Mund-Schiffe und die Augenschiffe, die Streifen des Himmels, senkrechte Rauchsäulen, Zwiebeltürme, fluidoide Pilze, Wärmeflaschen-Fenster (aus dem Wien der Gründerjahre), Dampfer und Bullaugen. Für all diese Gegenstände hat er oft vieldeutige Zeichen und Formeln entwickelt, aus deren Beziehungen und Spannungen er seine Bilder wachsen läßt." (Wieland Schmied)
 |  |  |  Veranstaltungshinweise: Am 23.06.2009 bis 24.06.2009 74. Kunstauktion |  | | Schätzpreis: 100.000 - 200.000 EURO
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