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Vorbesichtigung:
01./02. Dez.10 - 18 Uhr
03./04. Dez. 13 - 17 Uhr
05. Dez. 10 - 15 Uhr
Das Haus Quittenbaum freut sich, zur 100. Auktion am 6. Dezember 2011 unter anderem eine hochbedeutende Sammlung von Rozenburger Eierschalenporzellan anbieten zu dürfen.
Zum Aufruf kommen 57 Werke der Haagschen Plateelbakkerij Rozenburg aus einer norddeutschen Sammlung. Die dünnwandigen Vasen, Tassen, Teller, Deckeldosen und Kännchen in verschiedensten Formenvariationen und mit exotischem Dekor bemalt versetzen heute wie damals Sammler und Betrachter in Begeisterung. Einzigartig ist zudem, dass fast alle Stücke in tadellosem Erhaltungszustand sind.
Auf der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 wurde das Rozenburger Porzellan der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach seinem triumphalen Erfolg kamen die Porzellane in den Handel, der Bestand war innerhalb einer Woche verkauft. Doch die anfängliche Euphorie versiegte offenbar bald. Der Preis der Stücke war hoch und die daraus resultierende recht dünne Käuferschicht konnte die Absatzerwartungen nicht erfüllen. Leider musste kurz nach Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 die Produktion eingestellt werden, 1917 wurde die Manufaktur geschlossen.
Die Deckelvase mit Pfau, taxiert auf 25.000-30.000 €, ist ein besonders schönes Exemplar des Rozenburger Eierschalenporzellans (Obj. 60899). Die Vase mit gekehlten Kanten und spitzem, glockenförmigen Stöpsel zeigt einen auf einem Ast sitzenden, farbenfrohen Pfauhahn und violette Chrysanthemen, die Zweige des Astes werden am Hals und Stopfen fortgesetzt. Die Henkelvase von 1903 (Obj. 60916) zeigt sich von einer ganz eigenen, bizarren Form mit verdicktem Hals und ungewöhnlichen Henkeln; der Meistermaler Samuel Schellink schuf einen zarten Dekor mit offenen und geschlossenen Schwertlilien - die Taxierung liegt bei 10.000- 14.0000 €.
Geschweifte Tüllen, Henkel, ornamental nach oben gezogenen Stopfen - dem Formenrepertoire wurde bei Rozenburg keine Grenzen gesetzt, wie die Deckeldose (Obj. 60926) und die Teekanne mit Orchideen (Obj.60957), beide aus dem Jahr 1900, ebenso wie die Kanne von 1911/12 (Obj. 60849) verdeutlichen. Wie ein kleines Bauwerk wirkt die Vase (Obj. 60912) von 1908. Auf quadratischem Stand mit schlankem Fuß und großer, kugelförmiger Ausbuchtung gleicht das Werk einem ungewöhnlichen Turm.
Auch die Bemalung war neu. Die Tier- und Pflanzenwelt, oft auf Vorbildern aus javanischer oder japanischer Kunst basierend, wurde ornamental verarbeitet. Motive mit Spinnen (Vase, 1902, Obj. 60922) oder Schlangen (Henkelvase, 1901, Obj. 60883) waren durchaus nicht ungewöhnlich oder abstoßend. Eher im Gegenteil, durch ihre bunte bzw. zarte Farbgebung versprühen sie einen ganz besonderen Charme und entführen uns in verwunschene Gärten.
Die Offerte ist breit und Sammler können weitere wunderbare Stücke ab 2.000 € ersteigern. |