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Sein 10-jähriges Bestehen feiert das Stuttgarter Auktionshaus Yves Siebers mit einer großen Jubiläumsauktion, die Hochkarätigkeit verspricht. In drei Tagen werden über 3500 Lose Kunst und Antiquitäten, modernes Design und altes Sammlerspielzeug versteigert. Mit der Erfahrung aus 45 vergangenen Auktionen werden in der Auktion 46 Gemälde und Grafiken, Plastiken und Skulpturen vom Alten Meister bis zum zeitgenössischen Künstler, Mobiliar und Dekoration vom Barock bis zum bekannten Designentwurf sowie Silber, feine Porzellane und Pretiosen, Ausgrabungen und Asiatika, Adelsbriefe, Alben und Bücher in einem umfangreichen Katalog angeboten.
Ein Spitzenobjekt der Jubiläumsauktion ist die um 1600 von der in Bologna und Rom tätigen Malerin Lavinia Fontana gemalte „Italienische Edelfrau“. Als eine der berühmtesten Malerinnen ihrer Zeit wurde Lavinia Fontana (1552-1614) von Carracci und Papst Gregor XIII. begünstigt und um 1600 von Papst Clemens VIII. nach Rom berufen. Das von ihr in Öl auf Leinwand ausgeführte Damenporträt spiegelt die gesellschaftliche Stellung und den Charakter der Frau ebenso wider, wie die prachtvolle Mode (Los 3041, Limit € 35000).
Aus einem süddeutschen Nachlass kommen mehrere gemalte und geschnitzte Kunstwerke des Oberschwäbischen Barock zur Auktion. Einen jungen, auf Christus weisenden „Johannes der Täufer“ des Kemptener Malers Franz Georg Hermann II aus dem Jahre 1745 kann Yves Siebers zu einem moderaten Limit von € 3500 aufrufen (Los 3042). Von Johann Georg Bergmüller stammt das Gemälde „Heiliger Antonius von Padua mit Christusknaben“, das mit einem Limit von € 2500 angeboten wird (Los 3053). Qualitätvolle Heiligenfiguren verschiedener süddeutscher Bildschnitzer des 17./18. Jahrhunderts stehen mit Limiten bis € 2000 im Katalog unter „Skulpturen“. Die charakteristischen Stücke spiegeln die künstlerische Bandbreite vom verklärt schwebenden Engel bis zum anmutig streng aufgebauten Schnitzwerk wider. Die sehr qualitätvoll geschnitzte, unterlebensgroße Figur des „Heiligen Johannes des Täufers“, die dem Umkreis des Joseph Anton Feuchtmayer zugeordnet wird, kann mit einem Limit von € 15000 in der Versteigerung aufgerufen werden (Los 2678).
Nazarener Maler und Bildhauer aus dem 19. Jahrhundert griffen die barocken Themen wieder auf und vervollständigten die Sammlung, die nun dem Auktionspublikum angeboten werden kann. Der antiken Mythologie entspringt das Thema „Zeus erscheint Asteria in Gestalt eines Adlers“ von dem französisch-deutschen Künstler Louis Fischer (Los 3083, Limit € 1500). Der englische Schlachtenmaler Thomas Jones Barker malte den historischen Angriff einer Reiterarmee des frühen 17. Jahrhunderts, deren Heerführer in Rüstung seinen Helm zum Marsch schwingt (Los 3124, Limit € 1000). Stark erzählerisch wirkt die Darstellung einer „Jungen Frau beim Alchemisten in der Experimentierkammer“, die im Jahre 1854 von einem monogrammierenden Maler der Düsseldorfer Schule ausgeführt wurde (Los 3155, Limit € 1800). Das großformatige, mehrfigurige Hauptwerk „Die überraschten Spieler“ von der Hand des Schwarzwälder Malers Johann Baptist Tuttiné soll mit einem Limit von € 25000 einem neuen Sammler vermittelt werden (Los 3167). Die im 19. und 20. Jahrhundert entstandenen Gemälde von Meistern wie Zdzislaw Beksinski, Jacob Bräckle, Emil Czech, Emil Fleischmann, Franz Frank, Gustav Frank, Felix Hollenberg, Carl Jutz II, Christian Landenberger, Alexis de Leeuw, Henri Lehmann, Christian Mali, Gabriel von Max, Erich Mercker, Anna Peters, Eberhard Schlotter, Hermann Schnee, Peter Schober und Otto L. Strützel markieren die Entwicklung bis zur Moderne. Eines der Spitzenstücke der Auktion ist mit einem Limit von € 15000 die Landschaft „Baum vor See“ von Theo von Brockhusen aus dem Jahre 1914 (Los 3212). Ein für den Maler Willi Geiger typischer „Sommerblumenstrauß vor Landschaft“ aus dem Jahr 1931 wird mit einem moderaten Limit von € 2000 (Los 3229) und die dick verschneiten Tannen vor einem Gehöft in Abendstimmung von dem Schwarzwald-Maler Karl Hauptmann mit einem Limit von € 2500 (Los 3239) aufgerufen. Drei Gemälde, eine Frankfurter Straßenszene, ein Stillleben und ein Porträt, des Karlsruher Malers und Professors Wilhelm Schnarrenberger werden aus Privatsammlungen zu Limiten zwischen € 1800 und € 3500 vermittelt (Lose 3483 bis 3485). Prof. Ernst Schumachers „Spanische Landschaft“ aus dem Jahre 1957 war bereits in der Ausstellung „München 1869 – 1958, Aufbruch zur Modernen Kunst“ 1958 zu sehen und kann nun ab einem Startpreis von € 1500 gesteigert werden (Los 3488). Von dem österreichischen Maler, Zeichner und Illustrator Hans Liska bietet Siebers-Auktionen zwei farbige Zeichnungen für € 1500 und € 500 an (Lose 2961 und 2962). Zwei handsignierte und je in der Platte datierte Radierungen von Pablo Picasso mit den Titeln „Le Viol, VII“ aus dem Jahre 1933 und „L’Atelier du Peintre“ von 1963 können aus einer privaten Sammlung mit einem Limit von je € 3000 in der Auktion angeboten werden (Lose 2975 und 2976).
Mit seinem ausgewählten Designprogramm hat sich Yves Siebers seinen Ruf beim Auktionspublikum erworben. So liegt auch in der kommenden Versteigerung sein besonderes Augenmerk auf dieser Sparte. Sessel, Stühle und Tische, Regale und Lampen nach berühmten Entwerfern wie Marcel Breuer, Ray & Charles Eames, Ingo Maurer, Alessandro Mendini, Antonia Astori de Ponti, Gio Ponti, Karim Rashid, Ettore Sottsass, Marco Zanuso, Rhonda Zwillinger können den Bietern offeriert werden. Gerrit Rietveld ersann neben einzelnen Auktionsobjekten auch eine Sitzgruppe, die bereits im Atelier Anton Stankowskis stand. Ein Bronzestuhl „Margarita“ von Roberto Sebastian Matta wird mit € 12000 in die Versteigerung starten (Los 2345). Ebenfalls mehr Skulptur als Gebrauchsmöbel ist der Aluminiumtisch „Familie Feuerstein“, der 1982/83 von Michel Feith entworfen und 1989 von Möbel Perdu ausgeführt wurde (Los 2282, Limit € 5000). Le Corbusier ersannen 1928 den „LC2 3-Sitzer Grand Confort“, von dem nun zwei gleiche Ausführungen des italienischen Herstellers Cassina aus den 1990er Jahren bei Yves Siebers für je € 5000 limitiert sind (Lose 2240 und 2241).
Auch die ca. 150 Objekte einer Zinnsammlung haben berühmte Künstler wie Peter Behrens, Carl Geyer, Christian Kröner, Hugo Leven und Albin Müller zu Entwerfern. In Zinngießereien wie Orivit, Kayser und anderen Manufakturen wurden die Weinkühler, Schalen, Kannen und Kerzenleuchter der Jugendstil- und Art-Déco-Zeit ausgeführt. Für äußerst günstige Limite werden die Stücke zum Aufruf kommen.
Seltene Ikora-Schalen, -Vasen und Objekte der Württembergischen Metallwarenfabrik sammelte ein Bewunderer der vielfältigen Glaskunst. Aus dessen Teilauflösung kann Yves Siebers im Oktober über 80 Stücke, davon schon ca. 25 der berühmten Dexel-Eier, mit Limiten bis € 400 zur Versteigerung aufrufen. Orrefors-Graal-Gläser berühmter Entwerfer wie Eva Englund, Jan Johansson, Sven Palmquist und Edward Hald stehen mit Startpreisen zwischen € 500 bis € 3500 im Katalog.
Jugendstil- und Art-Déco-Figuren, wie der „Nymphenraub“ des Friedrich Heuler (Los 1700, Limit € 950), eine „Tänzerin im Schmetterlingskostüm“ und eine „Dame mit fliederfarbenem Kleid und Hut“ des Wiener Bildhauers und Entwerfers Josef Lorenzl (Lose 1950/1949, Limit € 600/€ 200), Dekorationsgegenstände und Tierplastiken aus den 1920er/1930er Jahren verschiedener Plastiker und Manufakturen finden die Sammler unter „Porzellan“ und „Keramik“. Eine nach 1934 in der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen ausgeführte „Orientalin mit Flöte“ des Künstlers Paul Scheurich wird mit einem Preis von € 900 in die Auktion starten (Los 1794). Nach dem Entwerfer Franz Anton Bustelli führte die Nymphenburger Porzellanmanufaktur galante Figuren aus. Auch eine große Jagdgruppe stammt aus dieser Manufaktur. Umfangreiche Geschirre der Manufakturen Meissen, Herendt, Rosenthal uvm. werden die Sammler von Antiquitäten und Design interessieren.
Ein historisches, dreiteiliges Besteck im Originaletui wurde wohl von dem Meister Cornelius Poppe in Augsburg im frühen 18. Jh. in Silber geschmiedet und kann nun bei Siebers ab € 300 gesteigert werden (Los 1412). Süddeutsche und österreichische Abendmahlskelche wurden für den christlichen Kult im 19. Jahrhundert hergestellt. Zwei dieser aufwendig getriebenen und verzierten Stücke werden in ihrem Originaletui in der Sparte Silber angeboten. Bedeutend ist die Jardinière der Heilbronner Silberschmiede Bruckmann & Söhne, die der Prinzessin Pauline von Württemberg 1898 von den bürgerlichen Kollegien der Stadt Tübingen zur Vermählung geschenkt wurde (Los 1489, Limit € 2000).
Barocke Sammlerstücke bietet Yves Siebers Auktionen auch in der Sparte Möbel an. Ein Hallenschrank aus dem Dresden des 18. Jahrhunderts wird mit € 9500 aufgerufen (Los 451). Weitere Barockobjekte, Biedermeier- bis Jugendstilmobiliare und figürlich beschnitzte Renaissance-Stilmöbel, Dekorationen und Lüster werden zu gewohnt moderaten Limiten in der Versteigerung angeboten.
Altes Handwerk und Technik findet man auch in den Spielzeugen der Hersteller Lehmann, Distler, Tipp & Co., Steiff und Käthe Kruse. Besonderheiten der Sparte, wie ein Torpedoboot von Bing aus den 1920er/30er Jahren und eine „Limousine Terra“ EPL-Nr. 720, von Lehmann zwischen 1918 und 1935 produziert, ruft Yves Siebers in seiner Jubiläumsauktion auf.
Für historisch interessierte Sammler bietet Siebers Auktionen GmbH zahlreiche Uniformen und Helme, Orden und Abzeichen aus etwa 150-jähriger deutscher Vergangenheit an.
Begleitet wird das vielseitige Versteigerungsprogramm der Jubiläumsauktion von Yves Siebers Stuttgart durch die Weinprobe und das Angebot eines überregional agierenden Weinhändlers.
Auktion vom 24. bis 26. Oktober 2012
Besichtigung vom 19. bis 22. Oktober 2012 |