Losnummer: 9
Ebenholz; Silber, getrieben, ziseliert und graviert. Altarretabel aus Ebenholz; der Sockel in Form einer Mensa mit einem Schubfach. Das große, hochrechteckige Mittelrelief mit einer getriebenen und fein ziselierten Darstellung der Anbetung der Hirten nach einer Federzeichnung Hans Rotterdammers um 1596. Der Ebenholzrahmen mit zahlreichen Silberapplikationen. Auf dem Schubfach zwei kleine Reliefs mit Fides und Spes; auf geschnitzten Voluten an den Rahmenseiten die gegossenen Figuren zweier stehender Putti, jeweils einen Schild mit graviertem Monogramm "F.D" haltend. Im Auszug am oberen Abschluss ein kleines Relief mit einer Anbetung der Könige. Marken der Reliefs auf der Mensa: BZ Augsburg um 1624 - 28 (ähnlich Seling Nr. 0350), MZ Georg Jungmair (vor 1604 - 1634, Seling Nr. 1177d); das zentrale Relief ungemarkt. H 72,5; B 46; T 13 cm.
Augsburg, wohl Matthias Walbaum und Georg Jungmair, 1624 - 28.
In einem Brief vom 20. Februar 1979 schreibt Regina Löwe den Altar der Werkstatt des Augsburger Meisters Matthias Walbaum (1554 - 1632) zu und führt an, dass das zentrale Relief "in seiner Behandlung auf eine eigenständige Ausführung des Meisters" (hinweist). Drei weitere, nahezu identische Versionen dieses Reliefs mit unterschiedlichen Meisterzeichen sind bekannt (vgl. Löwe, a.a.O., S. 26).
Provenienz
1956 Galerie Dr. Konrad Strauß, Hamburg, vorgestellt auf der ersten deutschen Kunstmesse München; 1957 verst. Adolph Weinmüller, München; deutsche Privatsammlung; 1976 verst. Sotheby's London; Kunsthandel H.G. und Inamarie Klein.
Ausstellungen
Schnütgenmuseum Köln, 1977/78; Internationale C.I.N.O.A.-Ausstellung, Virginia Museum of Fine Arts, Richmond VA 1983, Kat. "Experts' choice" S. 42.
Literatur
Vgl. Löwe, Die Augsburger Goldschmiedewerkstatt des Matthias Walbaum, in: Forschungshefte, Hrsg. Bayerisches Nationalmuseum, München 1975, Kat. Nr. 2 mit Abb. S. 27; abgebildet bei Seling, Augsburger Goldschmiede, München 1980, Band I, S. 56 f.; Band II, Abb. Nr. 47; zur Zeichnung Hans Rottenhammers im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, vgl. ebd. Nr. 48. Zu den Hausaltären Walbaums vgl. Seelig, Silber und Gold, Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas, München 1994, Nr. 68, Abb. S. 291.

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