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Jacopo Amigoni, Höfische Jagdgesellschaft mit Damen, 18. Jahrhundert

Jacopo Amigoni, Höfische Jagdgesellschaft mit Damen, 18. Jahrhundert

Öl auf Leinwand, auf parkettiertes Holz aufgezogen.. 59 x 90 cm.
Monogrammiert (?) unten rechts: auf der Jagdtasche.

Losnummer: 1105


Provenance
Sammlung Budge, Hamburg. - Deren Versteigerung bei Paul Graupe, Berlin, 27.-29.9.1937, Lot 17. - Christie´s London, 8.12.1989. - Kunsthandel Albrecht Neuhaus, Würzburg. - Dort 1990 von dem jetzigen Besitzer erworben.

Ausstellungen
Kaiser Friedrich Museumsverein, Berlin 1906, Nr. 62 (verso Etikett).

Literatur
Über den Künstler A. Scarpa Sonino: Jacopo Amigoni, 1994.

Das Gemälde besticht durch seine strahlenden, lichten Farben und durch die Anmut und Heiterkeit der Szene. Auffallend ist zudem der silbrige, mal ins Blau, mal ins Türkis übergehende Grundton, der vor allem die Naturkulisse beherrscht. Es befand sich bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland (verso Etikett des Kaiser Friedrich Museumsvereins von 1906), wo es dem Franzosen Carle van Loo zugeschrieben wurde. Diese nicht überzeugende Zuschreibung wurde spätestens 1989 fallengelassen, als es in London als „attributed to Amigoni“ versteigert wurde. Wir danken der Expertin und Autorin der bisher einzigen publizierten Monographie zu Amigoni, Frau Annalisa Scarpa Sonino, für die Prüfung des Gemäldes anhand des Originals. Sie wird das Gemälde als Werk Jacopo Amigonis in einer geplanten Publikation vorstellen.
Jacopo Amigoni gehört jener bedeutenden Gruppe von venezianischen Malern des Settecento an, die wie Tiepolo, Sebastiano Ricci oder Gianantonio Pellegrini und den Vedutisten Antonio Canal oder Bernardo Belloto mit ihrer malerischen Kultur die Höfe Europas bereichert haben. Amigoni selbst hielt sich zuerst einige Jahre in München am Hofe Maximilians II. auf, später mehrere Jahre am Hofe Georg II. in London und schließlich in Madrid am Hofe von König Ferdinand VII., wo er vornehmlich an der Ausstattung der Paläste von Aranjuez und dem Land- und Jagdschloss Buen Retiro arbeitete.
Im Vergleich zu seinen religiösen und historischen oder mythologischen Sujets sind Amigonis höfische Genreszenen kunsthistorisch noch nicht ausreichend bearbeitet. Anhand der Kostüme ist eine Datierung dieser Jagdgesellschaft um 1740 wahrscheinlich, sie könnte entweder noch in England oder schon in Spanien entstanden sein. Auf der Jagdtasche befindet sich ein Monogramm, das nicht eindeutig zu entziffern ist; es könnte sich dabei um die Initialen des Amigoni handeln.
Wir danken Professor Wolfgang Holler (Weimar), Dr. Peter Krückmann (München) und Professor Bernard Aikema (Verona) für wertvolle Hinweise bei der Bearbeitung dieses Gemäldes.
Im Juli 2014 hat der Einlieferer des Gemäldes mit dem Nachlass Emma Budge eine gütliche Einigung im Sinne der Washingtoner Prinzipien erzielt. Somit bestehen keine Ansprüche mehr seitens des Budge-Nachlasses.


Veranstaltungshinweise:

Am 15.11.2014 Auktion 1040: Alte Kunst und 19. Jahrhundert


Schätzpreis: 300.000 - 350.000  EURO

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