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Nachbericht Auktion 53

Karl Friedrich Schinkel, Umkreis

Das Auktionshaus Yves Siebers in Stuttgart blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 zurück. Auch in der dritten Versteigerung in diesem Jahr konnten über zwei Drittel der ca. 3700 Lose veräußert werden. Die in der Vorweihnachtszeit besonders begehrten 500 Lose Sammlerspielzeuge von Märklin, Tipp & Co, Lineol und Schuco, Simon & Halbig, Kämmerer & Reinhard und Armand Marseille wurden von den Interessenten mit guten Steigerungen beboten. Eine mit dem Firmenstempel der Käthe Kruse versehene Mädchenpuppe mit fein gemaltem Gesicht und blonden Zöpfen aus den 1930er/40er Jahren wurde von einer Sammlerin am Telefon auf € 4.500 gesteigert (Los 526, Limit € 700).
Historische Spielautomaten und Werbeartikel konnten in der Sparte Varia vermittelt werden. Ein sogenannter Einarmiger Bandit der Firma Mill Novelty Co. aus dem legendären Chicago der 1930er Jahre wurde für € 750 zugeschlagen, und ein Coca-Cola-Automat, von The Vendo Company um 1946 hergestellt, ging für € 2.800 an den Telefonbieter (Lose 1198 und 1202). Auch in Deutschland wurden im frühen 20. Jahrhundert Geldspielautomaten produziert. Das „Bajazzo Geschicklichkeitsspiel“ wurde vom moderaten Limit € 200 auf € 1.300 gesteigert (Los 1200). Eine weitere Seltenheit ist die Vase in Hu-Form von Christofle & Cie aus dem späten 19. Jahrhundert, für die der Auktionatorenhammer bei € 1.800 fiel.
Zu den klassischen Antiquitäten gehören historisch interessante Möbel und Teppiche. Ein anatolischer Konya Dorfteppich aus dem späten 18. Jahrhundert konnte trotz Restaurierungen für € 2.200 nach Istanbul versteigert werden (Los 1343, Limit € 400). Der barocke Tabernakelsekretär, der in der Region um Kirchheim Teck in Nussbaum auf Nadelholz geschreinert wurde, konnte einem sächsischen Bieter zugeschlagen werden (Los 1378). Der in Nussbaum um 1850 elegant gearbeitete Victorianische Damensalon mit Setee, Armlehnsesseln und Stühlen wurde zum Limit von € 2.000 an einen Sammler der Region versteigert (Los 1451). Ein prächtig beschnitztes Buffet des sogenannten Friderizianischen Rokoko wurde mit € 2.400 an einen russischen Sammler veräußert (Los 1507, Limit € 2.000). Aus dem Stil des Napoleon III. stammt eine feuervergoldete Prunkgirandole mit der figürlichen Darstellung eines füllhorntragenden Putten, die nach eifrigem Bietergefecht mit € 1.200 dem Telefonbieter vermittelt werden konnte (Los 1462, Limit € 500). Im Paris des späten 19. Jahrhunderts warb ein Caféhaustisch für „Cusenia-absinth“, „Vichy-Célestines“, „Byrrh-vin tonique & apéritif“ mit lithographierten, wählbaren Einlagen in der runden Tischplatte des „Table de reclamè“, der nun einem Sammler € 1.200 wert war (Los 1465, Limit € 700).
Yves Siebers konnte auch feinstes, über zwei Jahrhunderte unzerbrochenes Kunsthandwerk zu guten Preisen zuschlagen. Eine Salière und ein Senfkännchen aus dem Nymphenburg der Rokokozeit um 1770/80 konnte sich ein Sammler per Telefongebot für € 750 und € 800 ersteigern (Lose 1571 und 1572). Einer der zahlreichen Live-Bieter bei Yves Siebers Auktionen sicherte sich mit € 500 den außergewöhnlichen, handbemalten Pfeifenkopf in Form eines Turbanträgers mit Halsmanschette und flankierenden Rocaillen der Königlichen Porzellanmanufaktur Meissen (Los 1633, Limit € 300). Nach Österreich ging ein teilvergoldeter Kristallglas-Deckelpokal mit fein geschliffenen Szenen und Wappen (Los 3235, Zuschlag € 1.500). Die unikate Keramikkumme mit blau-schwarzer Überlaufglasur des Jan Bontjes van Beek aus der Zeit um 1938 steigerte eine rheinländische Sammlung gegen mehrere Telefonbieter von € 600 auf € 1.800 (Los 1882).
Den Spitzenzuschlag der Auktion bei Yves Siebers errang ein Sammler mit seinem Telefongebot über € 15.000 für eine äußerst seltene, museale Glockenspieluhr, deren gestiftete Walze 9 Glocken antreibt und die Monat und Mondphase, Stunden und Minuten anzeigt (Los 2066).
Während im Musée d‘Art Moderne Paris eine Ausstellung von Werken der russisch-französischen Künstlerin Sonja Delaunay-Terk stattfindet, konnten eine abstrakte Serigraphie an den englischen Telefonbieter (Los 2483, Zuschlag € 850) und eine Lithographie an die französisch-deutsche Saalbieterin (Los 2484, Zuschlag € 1.000) von Yves Siebers versteigert werden. Die Collage „Landscape 2“ des Roy Lichtenstein aus einer süddeutschen Privatsammlung vermittelte man für € 2.800 in das Vereinigte Königreich (Los 2552, Limit € 2.500). International bekannt für ihre ausdrucksstarken Zeichnungen sind die badischen und württembergischen Künstler Albert Mueller und Rolf Nesch. Daher wurde Muellers Aquarell „Das Tier, empor zum Menschen“ auf € 6.500 und Neschs Zeichnung „Hamburger Hafen“ auf € 4.500 gesteigert (Los 2564, Limit € 1.500 und Los 2573, Limit € 2.000).
Zu den Überraschungen der Gemäldesparte zählen die erste Fassung der „Kybele“ des Gerhard von Kügelgen, die bisher als verschollen galt und nun nach engagiertem Bietgefecht von € 1.000 auf € 7.500 gesteigert wurde und eine „Ideallandschaft mit gotischem Dom und Stadtarchitektur“ aus dem Umkreis des Architekten, Zeichners und Malers Karl Friedrich Schinkel, die einem Sammler € 8.000 wert war (Lose 2786 und 2770). Für die Gemälde „Panorama einer klassizistischen Stadt“ des Architekten Hermann Gemmel sowie das „Portrait einer jungen Frau vor Landschaft“ des Malers Carl Jakob Theodor Leybold erreichte Yves Siebers Erlöse von € 2.200 und € 3.000 (Lose 2817 und 2825). Das Bildnis „Tante Emilie“ des Tomas Baumgartner ging nach impulsivem Bietergefecht mit € 3.300 an den Telefonbieter (Los 3058) und die „Geburt der Tragödie“ des zeitgenössischen Malers der Leipziger Schule Bruno Griesel mit € 8.000 an den schriftlichen Bieter (Lose 3058 und 3224).
Dreidimensional in Bronze gegossene weibliche Figuren „Nach dem Bade“ von Hugo Kaufmann und eine „Wasserträgerin“ von Albert Allmann ersteigerten sich die Sammler für € 4.800 und € 1.500 (Lose 2678 und 2706). Das großformatige, zweiteilige Glasmosaik „Seerosenteich“ von Helmut Schuster wurde von € 1.300 auf € 2.200 gesteigert (Los 2732).
Auch die abschließende Sparte Design lockte zahlreiche Bieter in den Saal und zum Live-Bieten via Internet. So sicherte sich ein Sammler per Mausklick bei € 1.900 das Sideboard der Firma Schildknecht aus den 1960er Jahren (Los 3635, Limit € 400), und ein schriftliches Gebot aus Frankreich hatte bis € 2.400 bei einem Sessel des Jean Gillon gegen die Anwesenden Bestand (Los 3659, Limit € 800). In der Nähe der alten Gipsfabrik, in deren Umbau sich das Auktionshaus Yves Siebers befindet, wurden in den 1980er Jahren von der Firma Alfred Kill 3 Sessel „FK 6725“ ausgeführt. Diese drei „Tulips“ nach einem Entwurf von Fabricius Preben und Jorgen Kastholm 1964 konnten nun für € 2.600 versteigert werden (Los 3670, Limit € 1.000). Bei € 1.300 erfolgte der Zuschlag für eine Schreibtischlampe des Angelo Lelli aus der Manufaktur Arredoluce (Los 3685).
So wechselten in drei Auktionstagen alte Sammlerstücke bis zeitgenössische Kunstwerke bei Yves Siebers Auktionen die Besitzer. Und schon im März 2015 haben die Sammler wieder Gelegenheit, Kunstwerke Alter und Neuer Meister, Antiquitäten und Design-Stücke zu finden.

Veranstaltungen zum Bericht:
Auktion 53 – Kunst & Antiquitäten

www.siebers-auktionen.de

Quelle: © Yves Siebers Auktionen - Stuttgart

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