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|  | Lack-Kommode, Louis XVI, sign. F. LELEU (François Leleu, Meister 1764), Paris um 1772/75 |  | Holz kanneliert sowie fein gelackt im "goût japonais"; auf schwarzem Fond idealisierte Parklandschaft mit 3 fischenden Personen, darüber Vögel und Insekten. Prismierter Korpus mit wenig vorstehendem Blatt auf gerader Zarge mit kannelierten Säulenbeinen. Front mit 2 Schubladen ohne Traverse unter schmaler Kopfschublade. Feine, vergoldete Bronzebeschläge und -sabots. Profilierte "Brèche d'Alep"-Platte. 102,5x49,5x82 cm.
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| Losnummer: 1169
Provenienz: Aus einer französischen Sammlung.
J.F. Leleu gehörte zu den talentiertesten Ebenisten seiner Zeit. Wie viele seiner Berufskollegen verbrachte er die Lehrzeit in der Rue du Faubourg-Saint-Antoine in Paris. Später trat er als "compagnon" in das Unternehmen des berühmten Jean-François Oeben ein, dessen Werkstatt sich im "Arsenal" befand. Hier traf er auf Jean-Henri Riesener, mit dem er sich auf beruflicher Ebene sehr gut verstand, weit weniger gut allerdings auf der persönlichen. Nach Oebens Tod bemühten sich beide intensiv um dessen Nachfolge als "Ebéniste du Roi". Riesener übernahm schliesslich die Führung der Werkstatt, beendete den berühmten Louis- XV-Schreibtisch, der von Oeben entworfen und begonnen worden war, wurde Lieferant des Königshofes und heiratete Oebens Witwe Françoise Marguerite Vandercruse. Ausgeschlossen und abgewiesen ersuchte Leleu um die Meisterwürde und eröffnete sein eigenes Atelier. Die Enttäuschung sass tief, wie Folgendes beweist: Im August 1765 reichte Riesener am Châtelet eine Beschwerde ein: "..en haine de ce que le plaignant conduit ces ouvrages de la Vue Aubenne à l'Arsenal, chez laquelle ledit Leleu travailloit, il l'a fais plusieurs fois insulté par sa femme (...), que rentrant chez lui hier vers les dix heures du soir chargé de deux planches, il a fait rencontre dud. Leleu et dud. compagnon, qui en le voyant sont venus à lui, et ledit Leleu lui a porté plusieurs coups de poing sur la teste..." Trotzdem machte Leleu eine brillante Karriere, sein Ruf als talentierter Ebenist verbreitete sich rasch; Leleu erhielt Aufträge von der Comtesse du Barry und vom Prince de Condé, der sein bester Kunde wurde. Auch für den Palais Bourbon und für die Schlösser Chantilly und Saint-Maur stellte er Möbel her. Ca. 1792 überliess Jean-François Leleu das Unternehmen seinem "associé" Stadler und zog sich aus dem Berufsleben zurück.
Lit.: P. Kjellberg, Le mobilier français du XVIIIe siècle, Paris 1989; S. 505-520 (biogr. Angaben). J. Nicolay, L'art et la manière des maîtres ébénistes français au XVIIIe siècle, Paris 1976; I, S. 274f. (biogr. Angaben). A. Pradère, Die Kunst des französischen Möbels, München o.J.; S. 333-341 (biogr. Angaben).
 |  |  |  Veranstaltungshinweise: Am 23.03.2015 bis 28.03.2015 Auktionswoche A 172: Teppiche, Silber, Schmuck, Möbel, Alte Graphik, Gemälde Alter Meister und des 19. Jahrhunderts, Bücher, Photographie |  | | Schätzpreis: 140.000 - 180.000 SFR
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